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Tiere sterben bei Krötensammlung – PETA erstattet Strafanzeige



Braunschweig | Peine

Tiere sterben bei Krötensammlung – PETA erstattet Strafanzeige


PETA hat nun Strafanzeige gestellt. In Peine seien nach Angaben der Tierschutzorganisation die Kröten nicht fachgerecht gesammelt worden. Symbolfoto:
PETA hat nun Strafanzeige gestellt. In Peine seien nach Angaben der Tierschutzorganisation die Kröten nicht fachgerecht gesammelt worden. Symbolfoto: Foto: Andrea Onkes

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Peine.In der Nähe von Peine sind Anfang April in einem Kieswerk unzählige gesetzlich besonders geschützte Erdkröten in Auffangbehältern eines Krötenzauns ausgetrocknet und gestorben. Dies teilte die Tierrechtsorganisation PETA mit und erklärte, dass man deshalb nun Strafanzeige erstattet habe.



Durch dieZäune sollte die Krötenpopulation bei ihrer Wanderung unterstützt werden. Die Eimer, in denen die Tiere gesammelt und sicher transportiert werden sollten, wurden jedoch offenbar laut PETA zu lange nicht geleert und quollen regelrecht über. Auch am ehemaligen Gruben-Ufer sollen viele trockene Tiere gelegen haben; nur durch beherzte Helfer konnten 380 Kröten noch gerettet werden. PETA wirft der mit dem Transport sowie dem Monitoring – dem Beobachten, Protokollieren und Überwachen der Krötenwanderung – beauftragten Biodata GbR Braunschweig vor, den Tod der Kröten durch mangelhafte Versorgung verschuldet zu haben. Wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz hat die Tierrechtsorganisation Anzeige gegen die Firma erstattet.

„Die verzweifelten Kröten müssen in den überfüllten Sammelbehältern sehr gelitten haben. Der Krötenschutz darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Statt die geschützten Erdkröten zu versorgen und sie bei der Wanderung zu unterstützen, wie es eigentlich der Auftrag war, hat Biodata die Tiere anscheinend elendig austrocknen lassen.“


Weitere Fälle von verendeten Kröten bekannt


Amphibien wandern jedes Jahr mit steigenden Temperaturen aus ihren Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Vielerorts unterstützen Helfer die Krötenwanderung, beschützen die laichenden, wandernden Kröten mit dem Bau von Zäunen und stellen spezielle Eimer auf, um die Tiere vor dem Straßenverkehr zu schützen. Trotz guter Absichten kam es in Peine zu einer Notsituation: Im ehemaligen Duttenstedter Kieswerk entdeckten Spaziergänger am 9. April zahlreiche tote und sterbende Kröten in randvollen Sammelbehältern. Offenbar hatte sich niemand um die Not der Tiere gekümmert. Die Kröten waren teilweise bereits hochgradig ausgetrocknet und nur noch als „mumifizierte“ Tierleichen zu erkennen. Dies deute für PETA darauf hin, dass die Eimer zumindest teilweise noch nicht einmal täglich kontrolliert wurden. Nur durch Zufall konnten einige der nach Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung geschützten Kröten noch vor einem qualvollen Tod gerettet werden. Helfer entschieden sich, möglichst viele Tiere am ehemaligen Gruben-Ufer vor dem Sterben zu bewahren und arbeiteten mehrere Stunden an der Rettung von 380 Erdkröten.

Die zuständige Naturschutzbehörde des Landkreises Peine hatte Biodata beauftragt, die streng geschützten Erdkröten zu beaufsichtigen und nach dem Einfangen in Sammeleimern an einem sicheren Laichplatz wieder frei zu lassen, berichtet PETA in einer Pressemitteilung. Von der plötzlich aufgetretenen Häufung an Tieren auf der Wanderstrecke wurde die Firma laut eigener Aussage überrascht. Doch genau mit der Absicht, der Amphibienwanderung bei dem Kieswerk gerecht zu werden, wo ein besonders hohes Aufkommen an Kröten bereits aus dem vergangenen Jahr bekannt war, hatte der Landkreis Peine die Fachfirma beauftragt. Dass die Spezialisten mit Beginn und Ausmaß der Krötenwanderung in dieser Form nicht gerechnet haben sollen, sei für PETA nicht glaubhaft – zumal der Zeitpunkt des Beginns der Krötenwanderung sehr gut erforscht, der Ablauf allgemein bekannt ist und der Beginn der diesjährigen Wanderung nach dem Wochenende des 10./11. März sogar in lokalen Medien verkündet wurde. Die Mitarbeiter haben besonders unter den Voraussetzungen ihrer fachlichen Fähigkeiten grob achtlos gehandelt und müssen sich mit der Anzeige nun dafür verantworten, keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen zu haben, um die artenschutzrechtlich streng geschützten Tiere zu schützen.


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