"Tofu-Wurst"-Verbot: So hat die EU entschieden

Die EU wollte Produktbezeichnungen wie "veganes Schnitzel" und "Tofu-Wurst" verbieten. Nun gibt es eine Entscheidung.

von


Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Pixabay

Region. Viele Menschen verzichten aus den unterschiedlichsten Gründen in ihrer Ernährung auf tierische Produkte – sei es aus moralischen oder auch gesundheitlichen Beweggründen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Fleischersatzprodukte und Ähnliches in den Supermärkten – doch Bezeichnungen wie "Veggie Burger" oder "Vischstäbchen" waren der EU ein Dorn im Auge. Sie wollte diese verbieten. Heute ist dazu die Entscheidung gefallen.



Hintergrund des geplanten Verbots war der Verbraucherschutz – nach Ansicht einiger europäischer Abgeordneter, die das Verbot im vergangenen Jahr ins Spiel gebracht hatten, seien Begriffe wie "Veganes Schnitzel" oder "Tofu-Wurst" irreführend. Man war davon ausgegangen, dass Konsumenten fälschlicherweise annehmen könnten, ein Fleischprodukt zu kaufen. Im Umkehrschluss hätte ein Verbot bedeutet, dass Begriffe wie "Steak", "Schnitzel", "Burger" und "Wurst" nur noch für Produkte tierischen Ursprungs verwendet werden dürfen.

Starker Anstieg in der Produktion


In den vergangenen Jahren ist die Produktion von vegetarischen oder veganen Fleischalternativen in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf 126.500 Tonnen im Jahr 2024 gestiegen, was einem Anstieg um das Doppelte im Vergleich zu 2019 entspricht. Produzenten und Einzelhandelsketten hatten das geplante Verbot im vergangenen Jahr scharf kritisiert und vor wirtschaftlichen Schäden gewarnt. Auch Verbraucherschützer lehnten es ab.

So wurde entschieden


Bei Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament am heutigen Donnerstag wurde nun der Vorstoß zu dem Verbot zurückgezogen. Stattdessen soll eine deutlich abgeschwächte Form kommen. Bis auf wenige Ausnahmen sollen Tofu-Wurst und Co. auch weiterhin so heißen dürfen – lediglich einige wenige Bezeichnungen wie "pflanzlicher Speck" oder "vegetarische Rinderhüfte" soll es künftig nicht mehr geben. Der Kompromiss muss allerdings noch formell vom Europaparlament und den europäischen Staaten angenommen werden.