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Trotz hoher Inzidenz: Wolfsburg verzichtet auf Gastronomie-Kontrollen



Trotz hoher Inzidenz: Stadt verzichtet auf Gastronomie-Kontrollen

In Wolfsburg werden Gastronomiebetriebe nicht kontrolliert. Es sei denn, es gibt einen Grund.

von Anke Donner


Symbolfoto
Symbolfoto Foto: Anke Donner

Wolfsburg. Noch immer führt Wolfsburg mit 61,1 die Corona-Inzidenz in Niederachsen an. Trotz hoher Infektionszahlen und den damit verbundenen Einschränkungen für die Bevölkerung, werden Zuschauer beim Testspiel der Grizzlys gegen die Eisbären Berlin zugelassen und Kontrollen in Gastronomiebetrieben nur anlassbezogen durchgeführt. regionalHeute.de fragte bei der Stadt Wolfsburg nach, warum man hier nicht strenger durchgreift.



Die Ordnungsbehörden anderer Städte und Kreise der Region führen in Restaurants, Bars, Cafés, Clubs und Diskotheken Kontrollen durch, ob die Betreiber sich an die derzeit geltenden Corona-Verordnungen halten. Dabei konnten beispielsweise in der vergangenen Woche im Landkreis Peine knapp 50 Verstöße aufgedeckt und geahndet werden.

In Wolfsburg vertraut man auf die Gastronomen und hält stichprobenartige Kontrollen für nicht notwendig. In den vergangenen acht Wochen habe es keine Beschwerden gegeben. Folgedessen wurde auch nicht kontrolliert. "Da das Ordnungsamt nur anlassbezogen kontrolliert, gab es weder Feststellungen noch Bußgeldverfahren", teilt die Pressestelle der Stadt Wolfsburg mit. Auf Nachfrage, ob nicht das recht hohe Infektionsgeschehen Grund genug sei, Kontrollen durchzuführen, antwortet die Stadt, dass das Infektionsgeschehen überwiegend im privaten Bereich stattfinde und es keine konkreten Ausbreitungsschwerpunkte im Gastronomiebereich bekannt seien. "Daneben gibt es eine regelmäßige konstruktive Abstimmung mit den maßgeblichen Wirten des Kaufhofs. An der Abstimmung nehmen WMG, Gesundheitsamt, Ordnungsamt und Polizei teil. Hieraus ist das Vorgehen abgeleitet, dass weiterhin auf die Verantwortung der Betreibenden gesetzt und unsererseits lediglich dann kontrolliert wird, wenn konkrete Hinweise oder Beschwerden vorliegen", so Stadtsprecherin Christiane Groth.


Zuschauer vertretbar


Was außerdem verwundert, ist die Nachricht der Wolfsburger Grizzlys. Das Testspiel gegen die Eisbären Berlin soll am kommenden Samstag vor 1.300 Zuschauern stattfinden - unter Auflagen. So sollen beispielsweise nur geimpfte, genesene und getestete Zuschauer zugelassen sein. Zwar folge man damit den geltenden Bestimmungen der Landesverordnung, die bei solchen Veranstaltungen eine Auslastung von 30 Prozent der Plätze zulässt, aber die Frage bleibt, ob es angesichts der Inzidenz nicht besser wäre, das Spiel ohne Zuschauer durchzuführen. Doch auch hier vertraut die Stadt auf den Veranstalter und die Zuschauer. "Es gibt ein gutes, zwischen Verein und Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept für das Spiel der Grizzlys. Daher ist es auch Sicht der Stadt Wolfsburg absolut vertretbar, dass das Spiel unter den Bedingungen stattfindet", heißt es aus dem Rathaus.


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