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Trotz Pandemie und Homeoffice: Zahl der Pendler bleibt hoch



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Trotz Pandemie und Homeoffice: Zahl der Pendler bleibt hoch

Ein Grund für die Pendlerströme könnte der teure Wohnraum vor allem in Braunschweig und Wolfsburg sein.

Vielen Berufspendlern geht jeden Tag im Stau Zeit verloren.(Symbolbild)
Vielen Berufspendlern geht jeden Tag im Stau Zeit verloren.(Symbolbild) Foto: Pixabay

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Region. Wenn Lebenszeit im Stau verloren geht: Auch in Zeiten von Lockdown und Homeoffice bleibt die Zahl der Pendler im Kreis Helmstedt auf einem hohen Level. Darauf macht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aufmerksam. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.



Zu den Hauptursachen für die anhaltend großen Pendelströme zähle nach Einschätzung der IG BAU Braunschweig-Goslar der teure Wohnraum in Städten wie Braunschweig und Wolfsburg. „Nach jahrelangen Mietsteigerungen können sich viele Beschäftigte das Leben am Arbeitsort nicht leisten. Ihnen bleibt als Alternative oft nur stundenlange Fahrerei mit dem Auto oder der Bahn“, so Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Ehrenberg. In der Baubranche seien weite Anfahrtswege besonders verbreitet. Es dürfe aber nicht sein, dass Bauarbeiter, die in den Ballungsräumen Wohnungen bauten, sich diese selbst nicht mehr leisten könnten.

Die IG BAU fordere deshalb mehr Anstrengungen bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. „Deutlich mehr Wohnungen, die sich in den Städten auch Gering- und Normalverdiener leisten können, sind ein entscheidender Beitrag, um die Pendler-Zahlen zu verringern“, sagt Ehrenberg. Dafür müsse die Politik klare Vorgaben machen, etwa indem kommunale Grundstücke nicht an den Meistbietenden verkauft würden, sondern an Bauherren, die sich zu bezahlbaren Mieten verpflichteten. Beim sozialen Wohnungsbau müssten die staatlichen Fördermittel massiv aufgestockt werden und einmal gebaute Sozialwohnungen dauerhaft preisgebunden bleiben.

Dass Menschen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können, sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage: „Weniger Pendelei bedeutet für die Betroffenen mehr Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys. Gleichzeitig kann ein erheblicher Teil der CO2-Emissionen im Verkehrssektor eingespart werden“, so Ehrenberg weiter. Nach Angaben der Arbeitsagentur hätten im vergangenen Jahr bundesweit vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen ihrer Stadt oder ihres Landkreises verlassen. Damit habe die Zahl der Fern-Pendler trotz Pandemie einen Höchststand von 13 Millionen erreicht.


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