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Über 200 Versetzungsanträge: Laufen uns die Lehrer weg?

von Alexander Panknin


Auf dem Lehrermarkt herrscht große Fluktuation. Symbolfoto: pixabay
Auf dem Lehrermarkt herrscht große Fluktuation. Symbolfoto: pixabay

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23.10.2018

Region. Lehrkräfte aus allen Bundesländern haben im „Lehreraustauschverfahren zwischen den Bundesländern“ die Möglichkeit, einen Versetzungsantrag in ein anderes Bundesland oder in mehrere andere Bundesländer zu stellen. Dies wollen sich nach einer Recherche des NDR bis zu 1.000 Lehrer in Niedersachsen zu Nutze machen. Doch wie sieht es in unserer Region aus? regionalHeute.de hat nachgefragt.


Andreas Herbig von der Niedersächsischen Landesschulbehörde berichtet, dass es zum Versetzungstermin am 1. August 2018 rund 190 Versetzungsanträge von Lehrkräften an öffentlichen allgemein bildenden Schulen in der Region Braunschweig gab. Insgesamt gibt es hier rund 13.400 hauptamtliche und hauptberufliche Lehrkräfte. Zum Versetzungstermin am 1. Februar 2019 gibt es rund 80 abwanderungswillige Lehrer.

Vergleicht man den Wert mit den Anträgen vor fünf Jahren, sind große Unterschiede erkennbar. So gab es im August 2013 nur 90 Versetzungsanträge und im Februar 2014 lediglich 10.

Herbig dazu: "Richtig ist, dass die Zahl der Versetzungsanträge im 'Lehreraustauschverfahren zwischen den Bundesländern' tendenziell steigt, sowohl landesweit als auch auf Regionalabteilungsebene."

Gründe für eine Abwanderung


Doch warum treibt es die Lehrer in ein anderes Bundesland? Laut Landesschulbehörde würden hier mehrere Aspekte zum Tragen kommen:

Niedersachsen habe in den letzten Jahrenviele Lehrkräfte eingestellt, die aus einem anderen Bundesland kamen, dort aber keine passende Einstellungsmöglichkeit finden konnten oder auch mit den dortigen Einstellungsbedingungen (zum Beispiel Einstellung im Angestelltenverhältnis) nicht zufrieden waren. Diese Lehrkräfte ziehe es nunmehr zurück in die Heimat – im Falle der Schulen innerhalb der Regionalabteilung Braunschweigseien dies oft die neuen Bundesländer. Die Gründe für Versetzungsanträge seien in der Regel persönlich-sozialer Natur.

Weiterhin käme es vor, dass Versetzungsanträge in erster Instanz nicht erfolgreich seien und ein Neuantrag gestellt werden würde - so erscheinen dann auch die absoluten jährlichen Antragszahlen höher, als die Zahl der abwanderungswilligen Lehrer tatsächlich ist.

Allgemein sei aber auch die Bereitschaft und die Notwendigkeit zur Mobilität bei jüngeren Lehrkräften stärker ausgeprägt. Insgesamt zeigten die Zahlen, dass die Mobilität der Lehrkräfte – entsprechend dem Ziel diverser Initiativen der Bundesländer – grundsätzlich bundesweit zugenommen hat.

Natürlich würde die Anzahl der Versetzungsanträge auch mit der Menge an Lehrern steigen. Und davon gebe es mittlerweile mehr als noch vor fünf Jahren. Im Schuljahr 2017/2018 gab es rund 68.400 Lehrer in Niedersachsen, im Schuljahr 2013/2014waren es noch 67.400.


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