Region. Der Wolgazander (Sander volgensis), eine ursprünglich nicht heimische Fischart, wurde in Deutschland erstmals 2010 im Mittellandkanal bei Braunschweig nachgewiesen. Seitdem hat sich die Art insbesondere in norddeutschen Gewässern etabliert.
Wie die Zeitschrift für Fischerei berichtet, wertete der Angelverband Niedersachsen (AVN) mehr als 1.100 Wolgazander-Fänge aus, von denen über 98 Prozent von Anglern stammen. Die Auswertung zeigt, dass der Wolgazander inzwischen in mehreren schiffbaren Gewässern in sechs Bundesländern nachgewiesen wurde und sich weiterhin ausbreitet.
Kleinerer Artgenosse
Der Fisch ähnelt dem heimischen Zander, bleibt jedoch deutlich kleiner. Auffällig sind das markante Streifenmuster und das Fehlen der typischen Hundszähne. Im Gegensatz zum Zander laichen Wolgazander vermutlich später, zeigen keine Brutpflege und ernähren sich als Jungfische zunächst von Zooplankton, später von Makroinvertebraten und kleinen Fischen.
Die Studie zeige, dass die Art stillwasserreiche Bereiche großer Flüsse, Altwasser, Seen und Talsperren bevorzugt und in Deutschland erfolgreich reproduktive Bestände bilde. Individuen über 55 Zentimeter Länge sind jedoch vergleichsweise selten. Die bisherigen Erkenntnisse lassen vermuten, dass die Ausbreitung des Wolgazanders keine nennenswerten negativen Folgen für die einheimischen Fischbestände hat.

