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Unsichtbare Geschichte unter Braunschweig: Der Burgmühlengraben wird im Video vorgestellt

Ein Video der Stadtentwässerung Braunschweig zeigt am Tag des offenen Denkmals den historischen Kanal.

Ein Originalstück des Burgmühlengrabens steht am Klärwerk Steinhof.
Ein Originalstück des Burgmühlengrabens steht am Klärwerk Steinhof. Foto: Ernst

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10.09.2020

Braunschweig. Der „Tag des offenen Denkmals“ wird bundesweit von der „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ organisiert und findet am zweiten Sonntag im September statt – in diesem Jahr ist das der 13. September. Trotz Corona solle dieser Tag nicht ausfallen, sondern hier soll auf Digitalisierung gesetzt werden. Mit dem Burgmühlengraben will die Stiftung für Braunschweig ein ganz besonderes Bauwerk in einem Video vorstellen, wie die SE|BS in einer Pressemitteilung berichtet.



Der Burgmühlengraben liege versteckt unter Braunschweig und habe eine lange Geschichte. Zum Denkmaltag stelle die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH (SE|BS) dieses ungewöhnliche Bauwerk vor. In dem Video erläutert Wolfgang Ernst, Experte für Braunschweigs Unterwelt, die Entstehungsgeschichte des Kanals und auch, wie er unter die Erde kam. „Bis Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte der Wasserlauf oberirdisch – inklusive des Abwassertransports. Erst ab 1870 startete die Verlegung unter die Erde“, erklärt Ernst die Historie. Mit aufwändigen Recherchen habe er die einzelnen Daten aus den Archiven der Stadt zusammengetragen. „Die Stadt hat damals die Grundstücke verkauft, die durch die Verlegung des Grabens unter die Erde entstanden – und so den Kanalbau finanziert. Deshalb verläuft der Burgmühlengraben aber auch heute noch unter zahlreichen Gebäuden, die mit einem standfesten Gewölbe zu bauen waren.“

Für seine Nachforschungen sei Ernst sogar in die Kanäle hinabgeklettert. Da diese zum Teil nur eine Höhe von etwa 1,14 Meter hätten, eine durchaus anstrengende Aufgabe. „Toll, dass mich die Stadtentwässerung Braunschweig dabei so pragmatisch unterstützt hat“. Etwa auf Höhe der Jugendherberge tritt der Graben wieder an die Oberfläche, am Zusammenfluss von Burgmühlen- und Wendengraben. Die dortige alte Stautoranlage stand unter Denkmalschutz „wobei die heutige Nachbildung des ehemaligen Mundlochs ein blindes Auslaufbauwerk ist“, resümiert Ernst.

Das Video zum Burgmühlengraben gehe am Tag des offenen Denkmals online und könne daher ab Sonntag, 13. September, auf der Internetseite „tag-des-offenen-denkmals.de“ abgerufen werden.



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