Sie sind hier: Region >

Utopisch und doch zukunftsfähig: Festival der Utopie



Helmstedt

Utopisch und doch zukunftsfähig: Festival der Utopie


Begrüßung von rund 100 Teilnehmern. Fotos: Allianz für die Region GmbH/ Roberta Bergmann
Begrüßung von rund 100 Teilnehmern. Fotos: Allianz für die Region GmbH/ Roberta Bergmann

Artikel teilen per:




Helmstedt. Unter dem Titel „Wie wollen wir künftig leben?“ ist am heutigen Sonntag das Festival der Utopie in Helmstedt zu Ende gegangen. Auf dem Gelände der alten Zeilfelder Maschinen- und Pumpenfabrik entwarfen knapp 100 junge Leute drei Tage lang unterschiedlichste Visionen einer Gesellschaft von morgen. Diskutiert wurden dabei vor allem soziale und ökologische Aspekte sowie neue Gesellschaftsformen. Doch wie wird aus einem Einfall, der anfangs vielleicht utopisch erscheint, ein tragfähiges Zukunftsprojekt?

Das Festival der Utopie liefert wertvolle Denkanstöße und zeigt neue Wege auf, abstrakte Ideen greifbar zu machen und sie sinnvoll weiterzuentwickeln. Für Julius von Ingelheim, Geschäftsführer der Allianz für die Region, ist das Festival eine spannende Plattform und zugleich ein innovatives Personalentwicklungsinstrument: „Es freut mich, dass sich die Teilnehmer so intensiv mit dem gesellschaftlichen Wandel auseinandersetzen und dazu zeitgemäße Lösungsansätze diskutieren. Gerade junge Menschen begreifen Veränderungen viel mehr als Chance, die Zukunft zu gestalten und sich konstruktiv einzubringen. Deshalb ist das Festival auch für Unternehmen ein sehr attraktives Format zur Entwicklung und Förderung von künftigen Fach- und Führungskräften.“



„Wissensdusche“ im Freien. Foto:

Mit Impulsreferaten von Visionären startete das Festival am Freitagnachmittag. Bei diesen sogenannten „Wissensduschen“ gaben Gründer und Vordenker Einblicke in ihre Projekte, die beispielsweise einen bewussteren Umgang mit Ressourcen in den Vordergrund stellen, das eigene Konsumentenverhalten reflektieren oder den Schwerpunkt auf ein neues Miteinander in Beruf und Privatleben legen. Am Samstag und Sonntag wurden die Gedanken konkretisiert. In Workshops visualisierten die Teilnehmer ihre Ideen und erdachten Gesellschaftsmodelle in lockerer Atmosphäre mit einem Mikrofon in Podcasts, auf einer Bühne beim Improvisationstheater, mit originellen Wortkreationen beim kreativen Schreiben oder mit Legosteinen.

Für Teilnehmerin Linda Walczak ist es das erste Festival, bei dem man in Workshops gemeinsam an Utopien arbeitet. „Wir haben an diesem Ort losgelöst vom Alltag die nötige Zeit, uns gedanklich auf die Zukunft einzulassen. Was wünschen wir uns? Was wollen wir verbessern? Sich in die Vorstellungswelten anderer hinein zu spüren und zu beobachten, wie sich in einer Gruppe Ideen entfalten, wo es Gemeinsamkeiten gibt, wie man sich unterstützen kann – das alles ist sehr bereichernd für mich. Man wächst irgendwie zusammen. Und das ist eine schöne Erfahrung im Umgang miteinander“, sagt die Berlinerin.



Carolin Heidler will hier in Helmstedt ihr Bewusstsein für kreatives Denken erweitern. Sie besuchte den Workshop „Time to think“, bei dem es darum ging, frei und utopisch zu denken. „Die Atmosphäre ist unglaublich inspirierend. Ich nehme auf jeden Fall die erlernten Gesprächstechniken mit nach Hause. Deren Einsatz im Team oder in Besprechungen sorgen dafür, wertschätzender miteinander zu kommunizieren und so zur individuellen Potenzialentfaltung beizutragen“, sagt die junge Braunschweigerin.

Jan Wellmann hat das Festival schon aus zwei Perspektiven erlebt, im letzten Jahr als Workshop-Leiter und dieses Mal als Teilnehmer: „Besonders gefallen haben mir die lebendigen Begegnungen und das Engagement aller Mitwirkenden. Ich bin mir sicher, dass wir alle davon profitieren werden, wenn wir das zukünftige Miteinander frühzeitig aushandeln. Deshalb hatte ich mich noch einmal zum Festival angemeldet.“

Mit den Händen denken die Teilnehmer im Workshop „Lego Serious Play“.[/caption]Schirmherr des Festivals ist Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert. Er sah seine Stadt an diesem Wochenende auf besonders kreative Weise belebt. „Die jungen Fach- und Führungskräfte lernen die Region von einer ganz anderen Seite kennen. Dieses Gelände, an dem einst Bronze, Edelstahl und Titan verarbeitet wurde, eignet sich hervorragend, um der Fantasie freien Lauf zu lassen.“


Das Festival-Team hat für ein ereignisreiches Wochenende gesorgt. Foto:

Hans Werner Schlichting, Erster Kreisrat des Landkreises, freut sich, dass die Veranstalter Helmstedt als Ort für das Festival ausgewählt haben. „Wir arbeiten aktiv daran, jungen Leuten die Vorzüge des Landkreises näher zu bringen. Wissenschaft, Forschung und Kreativität haben in der Region insbesondere in und um Helmstedt einen hohen Stellenwert.“

Das Festival-Team hat für ein ereignisreiches Wochenende gesorgt.[/caption]Das Festival der Utopie findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Veranstalter ist die Allianz für die Region in Kooperation mit zahlreichen Partnern und Sponsoren wie die Wolfsburg AG und Bretschneider. Mehr dazu unter www.festival-der-utopie.de.


zur Startseite