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Vechelde: Kita-Plätze sollen künftig per Los vergeben werden

von Frederick Becker


Die Gemeinde Vechelde will die Vergabe von Kita-Plätzen neu regeln. Symbolfoto: Sandra Zecchino
Die Gemeinde Vechelde will die Vergabe von Kita-Plätzen neu regeln. Symbolfoto: Sandra Zecchino

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05.02.2018

Vechelde. Der Gemeindeausschuss für Jugend, Kultur und Sport wird sich auf seiner Sitzung am heutigen Montag mit der Kindertagesstättenbenutzungssatzung sowie dem Neubau eines zusätzlichen Umkleidegebäudes im Aue-Stadion befassen.


Die Kindertagesstättenbenutzungssatzung soll neu gefasst werden. Ein Vergabeverfahren für die Kindertagesstättenplätze wird laut eines Beschlussvorschlags der Verwaltung für die Vergabe der Plätze ab dem 1. August dieses Jahres ab April angewandt.

Der Rechtsanspruch ist erfüllt


Die Verwaltung schlägt vor, zukünftig ein zweistufiges Verfahren für die Vergabe der KITA-Plätze einzuführen. In der ersten Stufe sollte der Platz an sich anhand des Betreuungsbedarfes nach den bisherigen Vergabekriterien vergeben werden. In der zweiten Stufe sollte dann die Zuordnung zu einer Einrichtung, abgesehen von besonderen sozialen Härtefällen, durch das Losen entschieden werden. Die Gemeinde als Aufgabenträger habe auf ein "entsprechendes, bedarfsgerechtes (Platzart) Angebot hinzuwirken", betont die Verwaltung. Das derzeitige Angebot an Ganztagsplätzen umfasse zirka 45 Prozent und könne als ausreichend zur bedarfsgerechten Erfüllung bezeichnet werden. Auch insgesamt sei die "Erfüllung des Rechtsanspruches an sich" im Gemeindegebiet unkritisch.

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt laut Verwaltung, dass es den Eltern in Bezug auf die Betreuung ihrer Kinder vorrangig darum geht, einen Platz in Ihrer Wunscheinrichtung zu erhalten. Die Frage, ob die erforderliche oder gewünschte Platzart, also Betreuungszeit überhaupt in der jeweiligen verfügbar ist, wird "in der Regel erst nachrangig gestellt" oder der Betreuungszeitumfang wird angepasst, um einen Platz in der Wunscheinrichtung zu erhalten. "Probleme diesbezüglich entstanden in der Vergangenheit aufgrund der sehr flexiblen und umfassenden Platzartangebote in der Gemeinde Vechelde sehr selten", konstatiert die Verwaltung.

Allerdings stimme der von den Eltern angegebene Bedarf häufig nicht mit dem tatsächlichen Bedarf oder der Inanspruchnahme nach der Aufnahme überein. "Eine Anpassung der Interessenbekundung vor der Vergabe an den tatsächlichen, aktuellen Bedarf erfolgt leider sehr selten. Bei der Interessenbekundung für einen Krippenplatz kennen die Eltern häufig auch noch nicht ihren tatsächlichen Bedarf. Die Planung der erforderlichen Platzarten beziehungsweise deren Vergabe ist dadurch sehr erschwert", so die Verwaltung. Diese Erfahrungen hätte zu dem Beschlussvorschlag geführt.

Das Vergabeverfahren ist laut Gemeinde rechtssicher


Die Verwaltung schildert den Abgeordneten auch die wirtschaftlichen Konsequenzen des Vergabeprinzips "Wunscheinrichtung vor Wunschbetreuungszeit". Nach diesem Verfahren sei es wahrscheinlicher, dass verfügbare Ganztagsplätze mit einer geringeren Betreuungszeit belegt werden und im ungünstigsten Fall dann an anderer Stelle Betreuungszeiten auf ganztags ausgeweitet werden müssten.

Bei einer Vergabe nach dem Prinzip "Wunschbetreuungszeit vor Wunscheinrichtung" wäre die Auslastung der verfügbaren Betreuungsplätze besser, so die Gemeinde, allerdings nur "soweit und so lange, wie sich die Eltern an die gewünschte Platzart halten und nicht vor oder nach der Aufnahme die Betreuungszeit verändern, was leider häufig der Fall ist."

Abschließend betont die Verwaltung: Die Neufassung der Benutzungssatzung stellt ein rechtssicheres und faires Vergabeverfahren sicher, welches nicht zuletzt für die Eltern verständlich und abschließend formuliert ist.

Den Arminen strömt der Nachwuchs zu


Außerdem soll am Aue-Stadion in Vechelde ein zusätzliches Umkleidegebäude gebaut werden. Der Verein begründet das Vorhaben mit der positiven Entwicklung, die der Verein in den vergangenen Jahre genommen habe. "Die Zahl der fußballsporttreibenden Kinder und Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren am Kernort boomartig entwickelt. Die Fußballabteilung des SV Arminia Vechelde zählt mit knapp 300 aktiven Kindern und Jugendlichen zu einer der größten Abteilungen in der Region und nimmt damit eine gegenläufige Entwicklung zu der sonst im Bereich des Niedersächsischen Fußballverbandes zu verzeichnenden Mitgliederentwicklung." Insbesondere treffe dies auf die Mädchenabteilung des Vereins zu.

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