Verdi-Bezirksvorstand neu gewählt

Die Gewerkschaft startete bei ihre Bezirkskonferenz auch eine Kampagne zum Thema Gewalt gegen Beschäftigte.

Verdi-Bezirkschef Thomas Kewitz und die neue Stellvertreterin Annegrit Ulrichs.
Verdi-Bezirkschef Thomas Kewitz und die neue Stellvertreterin Annegrit Ulrichs. Foto: Verdi Süd-Ost-Niedersachsen

Goslar. Mit über 110 Teilnehmern ist am Samstag in Goslar die Bezirkskonferenz des Verdi-Bezirkes Süd-Ost-Niedersachsen durchgeführt worden. Neu gewählt wurden dabei der Vorstand sowie Vorsitz und Stellvertretung, teilte die Gewerkschaft mit. Einstimmig wurde demnach Thomas Kewitz als Vorsitzender wiedergewählt. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde Annegrit Ulrichs als Stellvertreterin neu gewählt. Beide führen die nächsten vier Jahre den fast 40-köpfigen Bezirksvorstand und das noch zu bildende Präsidium. Sie vertreten rund 50.000 Verdi-Mitglieder aus den Landkreisen Göttingen, Northeim, Goslar, Peine, Gifhorn, Helmstedt und Wolfenbüttel sowie aus Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter.


Inhaltlicher Schwerpunkt der Konferenz war das "Thema Aggression und Gewalt gegenüber Beschäftigten in Dienstleistungsberufen". Neben einem wissenschaftlichen Input gab es auch direkte Einblicke in verschiedene Branchen: Eine Krankenschwester aus der Notaufnahme, ein Mitarbeiter im Einzelhandel, ein Arbeitsvermittler von der Agentur für Arbeit, eine Briefzustellerin und eine Busfahrerin schilderten Praxiserfahrungen mit verbalen und körperlichen Attacken und mit sexualisierter Gewalt gegen weibliche Beschäftigte.

Verdi beklagt fehlende Aufmerksamkeit


Laut Verdi weiß die Öffentlichkeit von dem Thema bisher nur wenig. Dabei seien auch Altenpflegerinnen, Callcenter-Beschäftigte und kommunale Beschäftigte mit Kundenkontakt mit ähnlichen Erfahrungen konfrontiert. Auch die Arbeitgeber würden vielfach die Augen verschließen. Vor diesem Hintergrund startete der Verdi-Bezirk mit der Konferenz eine Kampagne zum Thema "Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch!". Mit Plakaten, Buttons, Notfallkarten, Fachtagungen etc. will die Gewerkschaft für das Thema sensibilisieren.

"Wir wollen auch auf Arbeitgeber zugehen und sie zur Beteiligung an der Kampagne motivieren", sagte Verdi-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller. "Nur ein sicherer Arbeitsplatz ist auch ein attraktiver Arbeitsplatz." Außerdem forderten die Delegierten bessere und gezieltere "Entlastungspakete" für die unteren und mittleren Einkommensgruppen. Das Ziel bei den nächsten Tarifverhandlungen werde es sein, einen Ausgleich für die aktuellen Preissteigerungen durch Tariferhöhungen durchzusetzen, so die Gewerkschaft.


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