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Verfassungsschutz berichtete über Salafismus in der Region

von Robert Braumann


Nach wie vor ist der Salafismus die dynamischste Bewegung des Islam in Deutschland und gewinnt immer noch viele Mitglieder, Symbolfoto: Pixabay
Nach wie vor ist der Salafismus die dynamischste Bewegung des Islam in Deutschland und gewinnt immer noch viele Mitglieder, Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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01.09.2016




Braunschweig. Der Ausschuss für Integrationsfragen befasste sich am Donnerstag in einer Sondersitzung mit dem Thema "Gewaltbereiteter Salafismus".

Daniela Schlicht, Islamwissenschaftlerin des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, beleuchtete die Radikalisierungstendenzen gewaltbereiter Salafisten in Niedersachsen, insbesondere in der Region Braunschweig. "Nach wie vor ist der Salafismus die dynamischste Bewegung des Islam in Deutschland und gewinnt immer noch viele Mitglieder." Bundesweit ginge man von 8.900 Salafisten aus, die Zahlen seien aber immer mit Vorsicht zu genießen. Es sei immer schwer zu sagen, wie sehr sich jemand der Ideologie verschrieben habe.

Warum folgen so viele?


Die Gründe warum sich jemand dem Salafismus anschließe, seien ganz ähnliche wie beim Rechtsextremismus. "Die Suche nach Anerkennung und Gemeinschaft, die Enttäuschung abgehängt zu sein, die Unzufriedenheit mit dem Umgang der Westlichen Welt und Weiteres." Salafistische Akteuere seien zudem sehr gut aufgestellt, was Propaganda angeht, man habe Prediger die genau die Probleme der Jugendlichen ansprechen würden. Auch der Erfolg des IS habe eine weitere Sogwirkung entfaltet, erklärte Schlicht.

Schwerpunkte in der Region


Aktuell zähle man in Niedersachen 75 Personen, die in Kriegsgebiete ausgereist seien, bundesweit wären es mehr als 850. "Nicht alle sind nach Syrien oder den Irak gegangen um an Kampfhandlungen teilzunehmen. Es gibt auch Personen die an Hilfstransporten teilgenommen haben. Das Problem ist aber immer nachzuvollziehen, was machen diese Menschen überhaupt genau vor Ort?" In letzter Zeit sei zudem zu beobachten, dass immer mehr Frauen ausreisen würden. Ausreise Schwerpunkte sind Wolfsburg, Hildesheim und Göttingen. "Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch in anderen Kommunen Personen ausgereist sind", so Schlicht. Zirka 25 Personen sind bisher aus den Kriegsgebieten wieder nach Niedersachsen gekommen.

Die Gefährdungslage


"Deutschland ist durchaus im Fokus von Anschlägen und somit auch die Region", sagte Schlicht. Die Bedrohung sei abstrakt und es gibt keine konkreten Hinweise, man müsse nicht in Panik verfallen, aber man müsse es im Hinterkopf behalten.

Flüchtlinge und Salfismus


Auch in Flüchtlingsunterkünften würden Salafisten Anhänger anwerben. Dabei würden sie aber eher defensiv vorgehen. " Sie bieten Dolmetscher-Angebote an, Hilfe bei Behördengängen und  versuchen so erst einmal an die Menschen heran zu kommen. Daneben stünde auch die Sorge im Raum, dass der ein oder andere Flüchtlinge ein radikalisierter Salafist ist. Da habe man aber bisher keine konkreten Fälle, gehe aber allen Hinweisen nach.

Und in Braunschweig?


"Braunschweig ist schon ein Schwerpunkt des Salafismus", sagte Schlicht. Allerdings handele es sich um politischen Salafismus nicht den gewaltätigen Salafismus.r Der Verwassungsschutz habe da besonders die Braunschweiger Moschee, Deutschsprachige Muslimische Gemeinde mit Muhammed Ciftci  an der Spitze im Visier. "Dort wird für die Ideologie geworben, man hat sich aber von Gewalt und Terror losgesagt", berichtet Schlicht.  Dennoch gäbe es auch dort immer Widersprüche. Die Übergänge seien eben auch manchmal fließend.


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