Verfügbarkeit von Drogen in Europa nach wie vor hoch

Die Verfügbarkeit von Drogen ist in Europa nach wie vor hoch.

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Heroin-Spritze (Archiv)
Heroin-Spritze (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Lissabon. Die Verfügbarkeit von Drogen ist in Europa nach wie vor hoch. Das geht aus dem Europäischen Drogenbericht 2024 hervor, der am Dienstag in Lissabon von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) vorgestellt wurde.


Demnach stellen hochwirksame synthetische Substanzen, neue Drogenmischungen und sich verändernde Konsummuster eine wachsende Bedrohung in Europa dar. Menschen, die Drogen konsumieren, sind einem breiten Spektrum psychoaktiver Substanzen ausgesetzt, welche oft eine hohe Potenz oder Reinheit aufweisen oder in neuen Formen, Mischungen und Kombinationen angeboten werden. Bis Ende 2023 erfasste die EMCDDA über 950 neue psychoaktive Substanzen (NPS), von denen 26 in diesem Jahr erstmals in Europa gemeldet wurden.

Den Erkenntnissen der Beobachtungsstelle zufolge ist polyvalenter Drogenkonsum bzw. Mischkonsum - also der gleichzeitige oder aufeinanderfolgende Konsum von zwei oder mehr psychoaktiven Substanzen - in Europa mittlerweile weitverbreitet.

"Der Zustrom illegaler Drogen kommt vor allem über unsere Häfen nach Europa", sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. "Deshalb haben wir die Europäische Hafenallianz gegründet, um die Widerstandsfähigkeit unserer Logistikzentren gegen die Bedrohungen durch das organisierte Verbrechen zu stärken." Es brauche ein Netzwerk, um ein Netzwerk zu bekämpfen. Unter anderem habe man deshalb die Drogenagentur mit mehr Befugnissen und Ressourcen ausgestattet, so Johansson.

Der Bundesdrogenbeauftragte sagte zu den Ergebnissen, dass man neben der Eindämmung der organisierten Drogenkriminalität mehr machen müsse, um die Nachfrage nach riskanten Drogen zu senken. "Deswegen brauchen wir dringend eine noch flächendeckendere und wirkungsvollere Prävention gerade in den Schulen."

Der Bericht zeige zudem aufs Neue, wie wichtig ein gutes Monitoring der Drogensituation sei und wie sehr man in Europa gemeinsame Antworten brauche, so Blienert weiter. "Deshalb bin ich froh, dass aus der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle im Juli dieses Jahres eine Europäische Drogenagentur mit gestärktem Mandat und mehr Manpower wird."


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