Region. Die Polizei warnt eindringlich vor der Betrugsmasche „Sextortion“. Der Begriff, eine Kombination aus „Sex“ und „Extortion“ (Erpressung), beschreibt ein gezieltes Vorgehen von Kriminellen in sozialen Netzwerken und Messengern.
Was oft als unverbindlicher Flirt beginnt, endet in einer knallharten Erpressung. Täter nehmen über soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste Kontakt zu potenziellen Opfern auf. Zunächst verlaufen die Gespräche meist unverfänglich. Nach einiger Zeit versuchen die Täter jedoch, die Unterhaltung in eine sexuelle Richtung zu lenken und die Betroffenen dazu zu bringen, intime Fotos oder Videos zu versenden. Anschließend folgt die Erpressung: Die Täter drohen damit, die Aufnahmen im Internet zu veröffentlichen oder an Freunde und Familienangehörige weiterzuleiten, falls kein Geld gezahlt wird.
60-Jähriger im Visier von Betrügern
Ein aktuelles Beispiel aus dem Landkreis Gifhorn verdeutlicht die Gefahr. Ein 60-jähriger Mann wurde laut Polizei auf TikTok von einer vermeintlichen Frau kontaktiert. Nach anfänglichem Smalltalk verlagerte sich das Gespräch auf WhatsApp, wo der Chat schnell anzüglich wurde. Die Unbekannte schickte ein Nacktbild und brachte den Mann dazu, ebenfalls ein intimes Foto von sich zu senden. Unmittelbar danach schaltete sich ein Mann in den Chat ein, gab sich als Drahtzieher zu erkennen und forderte 5.000 Euro. Trotz Ratenzahlungsangeboten und einer schrittweisen Senkung der Forderung blieb der 60-Jährige standhaft: Er zahlte nicht und erstattete stattdessen Anzeige bei der Polizei.
Das rät die Polizei
Die Polizei rät daher zu besonderer Vorsicht bei neuen Online-Kontakten.
So können Sie sich schützen:
• Seien Sie vorsichtig bei Kontaktanfragen von unbekannten Personen in sozialen Netzwerken.
• Geben Sie persönliche Informationen wie Anschrift, Telefonnummer oder Arbeitgeber nicht leichtfertig preis.
• Versenden Sie keine intimen Fotos oder Videos an Personen, die Sie ausschließlich aus dem Internet kennen.
• Achten Sie darauf, dass Ihre Geräte mit aktuellen Sicherheits- und Virenschutzprogrammen ausgestattet sind.
• Sprechen Sie insbesondere mit Jugendlichen offen über mögliche Gefahren im Internet.
Wenn Sie Opfer einer solchen Erpressung geworden sind:
• Zahlen Sie kein Geld. Häufig folgen nach einer Zahlung weitere Forderungen.
• Sichern Sie Beweise, etwa durch Screenshots von Chatverläufen und Forderungen.
• Brechen Sie den Kontakt zu den Tätern sofort ab.
• Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

