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"Völlige Unfähigkeit" bei VW - Datenschutzbeauftragter regt sich auf



"Völlige Unfähigkeit" bei VW - Datenschutzbeauftragter regt sich auf

Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat sich ein Elektroauto von Volkswagen bestellt. Doch die Sache läuft für ihn nicht rund.

von Werner Heise


Das VW-Werk in Wolfsburg.
Das VW-Werk in Wolfsburg. Foto: Axel Otto

Wolfsburg/Bonn. Auf Twitter verschafft der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber seinem Ärger über den Volkswagen Konzern Luft. Die "völlige Unfähigkeit" zur Kommunikation bei VW mache ihn wahnsinnig. Hintergrund ist Kelbers privater Autokauf, der sich nun bereits seit einem Jahr hinziehe.



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"Vor einem Jahr habe ich ein Elektroauto bestellt. Bis heute ist es nicht geliefert. Bis heute NULL aktive Kommunikation durch VW", beginnt Kelber einen längeren Twitter-Thread. Obwohl er direkter Kunde von VW sei, hätten weder er noch der vermittelnde Händler bis heute auch nur eine aktive Information von Volkswagen erhalten. Nicht am ursprünglichen Liefertermin und auch bis heute nicht. "Auf Nachfrage gibt es noch nicht einmal echte Details zum Stand", ärgert sich Kelber.



Stattdessen müsse er mit ansehen, dass man beim teureren Abo-Modell das Fahrzeug fast sofort haben kann. Tatsächlich stehen die Elektroautos VW ID.3 und ID.4 hier nach gut 14-Tagen zur Auslieferung bereit. Dabei handelt es sich jedoch wohl vorrangig um junge Gebrauchte und keine Neuwagen. "Mag stimmen", schreibt Ulrich Kelber hierzu, "aber diese werden nach Abo-Vermittlung dann ja durch Neuwagen ersetzt."


"Völlige Unfähigkeit zur Kommunikation"


Am meisten scheint sich der Bundesdatenschutzbeauftragte jedoch über die Kommunikation von Volkswagen zu ärgern. "Diese völlige Unfähigkeit zur Kommunikation im Zeitalter von CRM (ein Kundenverwaltungsprogramm, Anm. d. Red.) macht mich einfach wahnsinnig", schreibt er. Er erhalte zwar E-Mails von VW, seit er seine Kontaktdaten mit dem Leasingvertrag geteilt habe, doch dabei gehe es eher darum, welche Autos er denn sonst noch kaufen könnte. Auch Erfolgsmeldungen über Massenauslieferungen des von ihm vor einem Jahr beauftragten Modells an Firmenkunden seien darunter, aber nicht eine E-Mail zu seinem Fall.


Kelber, der als Bundesdatenschutzbeauftragter wissen dürfte, wie man mit persönlichen Daten umgehen darf, mahnt: "Liebe Leute bei
@VW, meine Daten habt Ihr für die Vertragsangelegenheiten und für Neuigkeiten zu meinem Automodell erhalten. Dafür nutzt ihr sie nicht, aber für Reklame. Es wäre mein erster Volkswagen, wenn das so unprofessionell weitergeht, sicherlich auch der Letzte."

Bei Elektroautos ist besonders viel Geduld gefragt


Wer weiß, ob Kelbers Twitter-Botschaft den Prozess beschleunigen wird. Fest steht jedoch, dass Volkswagen das Interesse an seinen Elektromodellen wie dem ID.3 nur schwer bedienen kann. Der Versuch einen neuen ID.3 in einem VW-Autohaus zu leasen ergab auch bei uns die Auskunft, dass mit mindestens einem Jahr Wartezeit zu rechnen sei. Eine Quotierung der Autohäuser verschärfe eine etwaige Bestellung zusätzlich.


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