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Volksbank Nordharz blickt zufrieden auf abgelaufenes Geschäftsjahr


266 Gäste nahmen an der Vertreterversammlung im Hotel "Der Achtermann" teil. Foto: Volksbank Nordharz eG
266 Gäste nahmen an der Vertreterversammlung im Hotel "Der Achtermann" teil. Foto: Volksbank Nordharz eG

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21.06.2017

Goslar. Die Volksbank Nordharz eG stellte gestern während ihrer Vertreterversammlung im Hotel "Der Achtermann" vor 155 stimmberechtigten Vertretern und zahlreichen geladenen Gästen sowie Mitarbeitern die Ergebnisse für das Jahr 2016 vor.



Der Vorstand Hans-Dieter Reichelt und sein Kollege Dirk Leide führten im Detail durch das Ergebnis. „Insgesamt war für unsere Bank das Jahr 2016 ein „gutes Jahr“. Sowohl die Geschäftsentwicklung als auch die Ertragslage ist vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen insgesamt zufriedenstellend.“ Mit diesen Worten eröffnete HansDieter Reichelt nach der Begrüßung der Anwesenden seine Ansprache an die insgesamt 266 Gäste im Hotel "Der Achtermann": „Wir leben in Zeiten, in denen das Unvorstellbare zur Realität geworden ist. Negativzinsen in der Kapitalanlage, der Austritt Großbritanniens aus der EU und die Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten haben deutlich gemacht, dass scheinbar fest gefügte Annahmen sich von heute auf morgen fundamental verändern können. Die Welt scheint Kopf zu stehen. Die Dinge sind im Fluss und erinnern uns daran, wie wichtig es ist, sich auch den Veränderungsprozessen in der Finanzwelt zu stellen. Und genau das haben wir in unserer Bank rechtzeitig getan.“


Nachfolgend erläuterten die beiden Vorstände der Bank die Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr:

Bericht zur Volkswirtschaftlichen Gesamtentwicklung


Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland setzte sich im Jahr 2016 fort. Das Bruttoinlandsprodukt stieg preisbereinigt um 1,9 Prozent. Der wichtigste Treiber des gesamtwirtschaftlichen Wachstums waren erneut die Konsumausgaben. Vom Außenhandel und den Investitionen gingen hingegen nur begrenzte Impulse aus. Die Verbraucherpreise stiegen 2016 um 0,5 Prozent und somit geringfügig stärker als im Vorjahr (plus 0,3 Prozent). Ihr Verlauf wurde stark durch die Energiepreise beeinflusst. Über das gesamte Jahr betrachtet sind die Preise für Energieprodukte um 5,4 Prozent gesunken. Für Nahrungsmittel (plus 0,8 Prozent) und Dienstleistungen (plus 1,3 Prozent) mussten die Verbraucher hingegen mehr Geld aufwenden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Jahr 2016 ihre expansive Geldpolitik vor dem Hintergrund eines niedrigen Inflationsdrucks im Euroraum weiter ausgebaut. Im März 2016 beschloss der Rat eine weitere Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes, zu dem sich die Banken des Währungsraums im Austausch gegen Sicherheiten bei der EZB Geld leihen können, um 5 Basispunkte auf ein neues historisches Tief von 0,0 Prozent.

Den Zinssatz für die Einlagen senkte die EZB ebenfalls um 10 Basispunkte auf minus 0,4 Prozent. Die US-Notenbank (Fed) hat die Finanzmärkte lange auf die erste Zinserhöhung in 2016 warten lassen. Erst auf der letzten geldpolitischen Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed beschlossen die US-Notenbanker eine Erhöhung des Zielbandes für den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,5 bis 0,75 Prozent. Der Dax hat das Jahr 2016 mit einem deutlichen Jahresplus beendet. Nach anfänglichen Kursrutschen aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in China, des sinkenden Ölpreises und des Brexit Votums im Sommer, beendete der DAX das Jahr mit einem Stand von 11.482 Punkten. Das waren 6,9 Prozent mehr als zum Vorjahresultimo.

Das Geschäftsjahr der Volksbank Nordharz eG in Zahlen



Die Bilanzsumme für das Jahr 2016 beträgt 345 Millionen Euro und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Die bilanziellen Kundenforderungen sind dabei moderat zurückgegangen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden planmäßig reduziert. Kundeneinlagen hingegen konnten leicht ausgeweitet werden. In Folge dieser Veränderung wurde das Geld- und Kapitalmarktvolumen leicht aufgestockt.

Die Bilanzsumme gibt den Umfang der getätigten Geschäfte teilweise nur unvollkommen wieder. Aussagekräftiger ist das betreute Kundengesamtvolumen der Bank. Dazu zählen sämtliche anvertraute Vermögenswerte und Darlehen von Kunden wie beispielsweise Aktien und Wertpapiere. Ebenso gehören dazu Fondsguthaben bei dem Verbundpartner Union Investment oder Ersparnisse bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall und Bestände bei der R+V Versicherung. Das Gesamtkundenvolumen der Volksbank Nordharz eG stieg das dritte Jahr in Folge an und erreichte zum Jahressende einen Stand von 651,5 Millionen Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,8 Prozent.

Einlagen-Entwicklung


Zur Einlagenentwicklung zählen sämtliche Kundenguthaben auf Giro-, Spar- und Festgeldkonten. Sie sind Ausdruck des Vertrauens in die Geschäftspolitik der Bank. Die Kundeneinlagen der Volksbank Nordharz eG erhöhten sich um 1,4 Prozent auf 277,2 Millionen Euro. Ähnlich wie in den Vorjahren, haben die Kunden besonders auf kurzfristig ausgerichtete Anlageformen vertraut. Eine Entwicklung, die auf die Niedrigzinsen zurückzuführen ist. Während die Bestände auf Sparkonten nahezu konstant blieben, stiegen die Bestände auf Girokonten um 12,7 Prozent. Die Festgeldkonten gingen aufgrund von angepassten Produktangeboten um 54 Prozent zurück.

Die solide Eigenkapitalausstattung einer Bank ist nicht nur zur Erfüllung der europäischen Eigenkapitalanforderungen wichtig, sondern auch zwingende Voraussetzung für künftiges Wachstum im Kreditgeschäft. Die Volksbank Nordharz eG hat im Berichtsjahr 2016 ihr Eigenkapital beträchtlich aufgestockt. Das gesamte Eigenkapital wuchs um 4,7 Prozent auf 43,4 Millionen Euro und macht damit 12,6 Prozent der Bilanzsumme aus.

Ertragslage


Die positive Entwicklung des Gesamtkundenvolumens der Volksbank Nordharz kann den Rückgang der Zinsaufwendungen und -erträge aufgrund der aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank nicht aufhalten. Der Zinsüberschuss im Jahr 2016 betrug 8,06 Millionen Euro. Er liegt damit um 2,96 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Das Provisionsergebnis aus Zahlungsverkehr, Wertpapierhandel und Vermittlung von Finanzdienstleistungen beträgt 3,3 Mio. Euro und bewegt sich auf Vorjahresniveau. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen konnten trotz tariflicher Erhöhungen und regulatorischer Anforderungen gesenkt werden. Nach Verrechnung von Kosten und Erträgen, Steuerzahlungen im Umfang von 972.000 Euro, beläuft sich der Bilanzgewinn auf 512.000 Euro.

Aus dem Jahresüberschuss 2016 werden 300.000 Euro in die Rücklagen eingestellt. 60.000 Euro fließen in die gesetzliche Rücklage und 240.000 Euro in andere Ergebnisrücklagen. Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat den Mitgliedern eine Dividende von 4,2 Prozent vor.

Wahlen zum Aufsichtsrat


Durch Ablauf der Wahlzeit scheiden in diesem Jahr die Herren Rudolf Hattwig und Dennis Rümenapp aus dem Aufsichtsrat aus. Die Wiederwahl war möglich und wurde vom Aufsichtsrat empfohlen. Die Vertreter folgten der Empfehlung. Somit kann der Aufsichtsrat in seiner bisherigen Zusammensetzung die erfolgreiche Arbeit fortsetzen.

Die Volksbank Nordharz eG hat in einem herausfordernden Umfeld, geprägt durch ein politisches Niedrigzinsniveau, einem intensiven Wettbewerb, erheblichen regulatorischen Belastungen und nur verhaltenen Wachstumsimpulsen in der Region, ihre Marktposition gefestigt und in Teilbereichen weiter ausgebaut. Vor diesem Hintergrund ist man mit der Geschäftsentwicklung im Jahr 2016 durchaus zufrieden. Dazu beigetragen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen danken dankten sie für den Einsatz und die Bereitschaft, Veränderungen mitzugestalten und Herausforderungen anzunehmen. Dank gelte auch all den Mitgliedern, Kunden und Partnern, die ihr Vertrauen geschenkt und somit zur positiven Entwicklung der Bank beigetragen hätten.

Mit Blick in die Zukunft erwarte man für das Jahr 2017 weitere Belastungen infolge des Niedrigzinsniveaus. Man rechne damit, dass die Zinsmarge weiter zurückgehen wird. Man sei aber zuversichtlich, diesen Rückgang zumindest teilweise durch einen Ausbau des Kreditgeschäftes kompensieren zu können. Dabei werde man sich weiterhin auf die Nähe zu seinen Kunden konzentrieren und auf Augenhöhe beraten. Gemeinsam mit den Kunden suchen man Lösungen, die zu ihren Lebenssituationen passen.


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