Vom Krieg finanziell profitieren? Oberlandeskirchenrat findet klare Worte

Anlässlich des Palmsonntags sprach Dr. Jörg Mayer heute über ethisch verantwortliche Geldanlagen.

Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer. Archivbild
Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer. Archivbild | Foto: Ev.-luth. Landeskirche Braunschweig

Königslutter. Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer, Leiter der Finanzabteilung der Landeskirche Braunschweig, hat für ethisch verantwortliche Geldanlagen geworben. In einer Predigt zum Palmsonntag, bezeichnete er am heutigen Sonntag in Schandelah Frieden, Gerechtigkeit, Schutz der Schwachen und Abbau von Ungleichheit als „Leitplanken“. Sie entsprächen den biblischen Vorstellungen von „Shalom“, wie sie in der jüngsten Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) entfaltet werden.



Wenn kirchliches Geld arbeiten solle, dann im Dienst dieser Leitplanken, betonte er: „Wir können nicht den Shalom-Frieden predigen und vom Krieg profitieren.“ Es passe nicht zusammen, für den Frieden zu beten und an Kriegsgewinnen mitzuverdienen“, sagte Mayer.

Die Ethik des Geldes


Er wies darauf hin, dass Aktienkurse im Fall von Kriegen steigen. Schon deshalb würde er als Finanzchef einer Landeskirche keine Aktien von Rüstungsunternehmen kaufen. "Wir fragen nach der Ethik unseres Geldes: Welche Banken, welche Fonds, welche Projekte unterstützen wir – als Kirche, als Gemeinde als Einzelne?“

Der Frieden bleibe brüchig, aber er wachse, wo Menschen Verantwortung übernehmen, so Mayer. Der Palmsonntag rufe uns in eine „Haltung des Friedens“. In unseren Familien, Gemeinden und in unserem Umgang mit anderen Meinungen. Mayer schlug vor, die eigenen Worte darauf hin zu prüfen, ob sie Brücken bauen oder Fronten verschärfen. Außerdem plädierte er dafür, Initiativen der Versöhnung, der Hilfe für Geflüchtete und der Unterstützung für Kriegsopfer zu stärken.

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