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"Von Mobbing durch den Betriebsrat kann nicht die Rede sein"



Salzgitter

"Von Mobbing durch den Betriebsrat kann nicht die Rede sein"

von Antonia Henker


Der Betriebsrat der Salzgitter AG Flachstahl weist die Vorwürfe von Adnan Köklü zurück. Foto: Salzgitter AG
Der Betriebsrat der Salzgitter AG Flachstahl weist die Vorwürfe von Adnan Köklü zurück. Foto: Salzgitter AG Foto: Salzgitter AG

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Salzgitter. Vergangene Woche sorgte ein Artikel der Wochenzeitung DIE ZEIT für Aufruhr, als ein ehemaliges Mitglied des Betriebsrats der Salzgitter AG sich mit dem Vorwurf an die Zeitung wandte, rausgemobbt worden zu sein, weil er gegen die Gewerkschaft IG Metall war.



Der 26-jährige Adnan Köklü wurde im Artikel der ZEIT als ein Bauernopfer der gewerkschaftlichen Interessen und Machenschaften dargestellt. Die Basis der Ausführungen waren Protokolle von Betriebsratssitzungen, welche die stetige Demontage Köklüs beweisen sollten. Dieser hatte sich 2014, so DIE ZEIT, im Betriebsrat nicht für die IG Metall, sondern für die Liste Respekt!!! stark gemacht. Das wiederum würde man bei den IG-Metall-treuen Betriebsräten nicht dulden. Nach fortdauernden Versuchen den unliebsamen Kollegen loszuwerden (Unterschriftenaktion, Versetzung nach Ilsenburg, Erpressung von gleichgesinnten Freunden/Kollegen, Verleumdungsvorwürfe, ), ist ihm nun fristlos gekündigt worden.

Aber welche Version stimmt denn nun? Der Betriebsvorsitzende der Salzgitter Flachstahl GmbH, Hasan Cakir, weist die Vorwürfe Köklüs zurück. Diese könnten nur "mit größtem Erstaunen zur Kenntnis genommen werden". Mit dem Versuch, angeblich zu hohe Gehälter von Betriebsratsmitgliedern aufzudecken, habe er Rufschädigung begangen.
Herr Köklü hat in den vergangenen Monaten nichts unversucht gelassen, durch wahrheitswidrige Unterstellungen und eine gezielte Verleumdungskampagne einzelne Betriebsratsmitglieder und den Betriebsrat in Gänze zu diffamieren.

Belege für seine Behauptungen habe er hingegen keine. Ein Ausschlussverfahren aus dem Betriebsrat wurde beim Arbeitsgericht Braunschweig beantragt, da eine Zusammenarbeit mit ihm "unzumutbar" sei. Eine Entscheidung wird bei der Verhandlung am Mittwoch gefällt werden. Mehrere Abmahnungen haben inzwischen zu einer außerordentlichen, verhaltensbedingten Kündigung Köklüs geführt, da sein Verhalten "betriebsschädigend" sei. "Von Mobbing durch den Betriebsrat kann nicht ansatzweise die Rede sein", heißt es in der Stellungnahme Cakirs. Auf diese Weise würden Täter als Opfer dargestellt werden.


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