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Wald im Ausnahmezustand: Harzklub fordert Politik zum Handeln auf

Der Verein hat eine Resolution verabschiedet und startet einen länderübergreifenden Appell. Die jetzt auf der Jahreshauptversammlung von breiter Mehrheit getragene Resolution fordert mehr öffentliche Hilfe.

Wurmbergblick.
Wurmbergblick. Foto: Rainer Köpsell 2020

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20.11.2020

Clausthal-Zellerfeld. Im Mittelpunkt der Beschlüsse zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des Harzklub e.V. stand die Verabschiedung der Harzklub-Resolution. Mit dem Titel „Der Harz(er) Wald geht nicht ohne uns“ richtet sich der länderübergreifend tätige Heimat-, Wander- und Naturschutzbund an politische Entscheidungsträger auf Länder-, Bundes- und Europaebene. Ziel der Resolution ist es, eine breite gesellschaftliche Allianz zu schmieden, um den bedrohlichen Ausnahmezustand der Harzwälder abzuwenden. Dies teilt der Harzklub in einer Pressemitteilung mit.



Um die Wälder vor noch größeren Schäden zu bewahren, bedürfe es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung, fordert der Verband in seiner Verabschiedung vom 7. November. Hintergrund für den Appell des Heimatbundes sei ein frappierender Verlust alter Nadelwälder im Mittelgebirge. Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall hätten dazu geführt, dass riesige Flächen schon jetzt und auch künftig frei von Fichten sein werden, lautet seine Sorge. Auch Buchen und Eichen seien bereits gravierend geschädigt, beobachtet der Naturschutzverein. Dass „sich in jüngster Zeit die uns vertrauten Waldbilder rasant verändern“, sehe der Harzklub besonders kritisch und wendet sich in einem Brief an Politiker mit der Bitte, den Aufbau stabiler artenreicher Wälder mit geeigneten Maßnahmen zu fördern.

Fünf Hauptforderungen an die Landesregierungen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen habe der Verein verfasst. So solle ein Waldschadensfonds Waldbesitzern schnelle Hilfe zum Beispiel für Aufforstungen gewähren. Außerdem wolle er Waldbauprogramme fortführen, die stabile und artenreiche Mischwälder entwickeln und auf länderübergreifende Abstimmung setzen. Der dritte Punkt gelte dem freien Betretungsrecht. Hier setze sich der Harzklub dafür ein, dass Rechtssicherheit für Waldbesitzer in Fragen der Verkehrssicherheit hergestellt werde. Darüber hinaus solle die Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Erholungsfunktion, seiner Vielfalt an Lebensräumen und einer nachhaltigen Holzproduktion der Harzer Wälder gewährleistet bleiben. Der Harz könne mehr zum Klimaschutz beitragen, wenn leistungsstärkere Baumarten mehr Kohlendioxid binden würden. Außerdem werde ein länderübergreifenden Krisenstab gefordert, der diese und weitere Aufgaben koordinieren könne.

Vorrangige Aufgabe sei das Eindämmen der aktuellen Borkenkäferschäden. Daran anschließend müssten die waldbaulichen Weichen hin zu artenreichen Mischwäldern mit einer hohen Kohlendioxidbindung gestellt werden, lautet einer der Kernpunkte. Wichtig aus Sicht des Harzklubs sei das gemeinsame Handeln über Landkreis- und Landesgrenzen, über berufspolitische Interessen sowie über politische Gesinnungen hinweg, um den Wald von morgen erfolgreich zu gestalten.


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