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Wandel im Herzen der Stadt: Schlosscarree bekommt ein neues Gesicht

Neben einer optischen Aufwertung ist auch eine Neuausrichtung der Mall geplant. Bis Mitte 2023 soll die Erneuerung des Ensembles fertig sein.

von Alexander Dontscheff


So könnte das neugestaltete Zentrum aussehen.
So könnte das neugestaltete Zentrum aussehen. Foto: Visualisierung: Giesler Architekten / chora blau Architekturvisualisierung

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10.07.2020

Braunschweig. Derzeit gibt das sogenannte "Schlosscarree" kein gutes Bild ab. In dem Einkaufszentrum gibt es kaum noch Mieter, das Ärztezentrum - obwohl mit über 30 Praxen das größte in der Region - ist nur schwer zugänglich und auch die Wohnungen haben Renovierungsbedarf. Die Volksbank BraWo, seit 2015 Eigentümer des Komplexes - plant nun in Kooperation mit den Giesler Architekten eine komplette Neugestaltung des Ensembles. Die Pläne wurden am heutigen Freitag in einem Pressegespräch vorgestellt.


Insgesamt sind fünf Bauabschnitte geplant, läuft alles glatt soll bis Mitte 2023 das Zentrum fertig sein. Das Schlosscarree besteht aus zahlreichen Gebäuden unterschiedlichen Alters und beherbergt neben der Mall und dem Ärztehaus auch Gastronomie und zahlreiche Wohnungen. Die Volksbank BraWo beabsichtigt die unterschiedlichen Fassaden der Gebäude nach Plänen der Giesler Architekten zeitgemäß zu überarbeiten und dem Ensemble ein homogenes Bild auf großstädtischem Niveau und Flair zu geben.

Einer der wichtigsten Punkte ist, dass das Ärztehaus einen eigenen Haupteingang und Parkplatz bekommt. Wie Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BraWo berichtete sei die Lage derzeit so, dass Taxis und Krankenwagen im Halteverbot stünden und bettlägerige Patienten durch die Mall geschoben werden müssten.


Das Ärztehaus soll einen eigenen Eingang bekommen. Foto: Visualisierung: Giesler Architekten / chora blau Architekturvisualisierung


Zudem soll die Mall gestalterisch überarbeitet werden. Prägnantere Eingangssituationen, klare Wegebeziehungen, bessere Sichtachsen und Aufenthaltsqualität sowie ein neuer Branchenmix sollen hier neue Akzente setzen. Zu möglichen neuen Mietern konnte auf der Pressekonferenz nichts gesagt werden, da es nicht im Interesse der Mieter sei, dies jetzt schon zu verkünden. Jürgen Brinkmann verriet aber, dass ein Schwerpunkt auf Gastronomie und Lebensmittel gelegt werden soll.


Jürgen Brinkmann, Carsten Ueberschär (Leiter der Direktion Braunschweig der Volksbank BraWo) und Architekt Stefan Giesler (v. li.). Foto: Alexander Dontscheff


"Die Zugänge zur innenliegenden Mall erhalten markante Eingangsbauwerke mit wiederkehrender Fassadensprache. So entstehen am Bohlweg und am Steinweg großzügige zweigeschossige Eingangssituationen", erklärte Stefan Giesler, Geschäftsführer der Giesler Architekten. Am Hauptzugang am Schlossplatz soll ein moderner Anbau an die heutige Giebelwand auf den Zugang verweisen und mit seiner vertikalen Struktur die auskragende horizontale Dominante des Bestandsgebäudes komplettieren.

Mehrere Bauabschnitte sind geplant


Für die Revitalisierung der Immobilie sind mehrere Bauabschnitte geplant. Zu Beginn soll das Ärztezentrum einen neuen, zentralen Eingang erhalten. Dafür wird der bisherige offene An- und Ablieferbereich am Ritterbrunnen durch eine Glasfassade in Richtung der Straße geschlossen und somit zu einem Innenraum umgebaut. Anschließend werden die Fassaden grundlegend saniert und nach neuesten energetischen Standards modernisiert. Dafür wird umlaufend eine mineralische Dämmung angebracht, die teils verputzt und teils mit einem vorgehängten Fassadensystem verkleidet wird. Die einzelnen Gebäude werden dabei durch verschiedene Farbnuancen differenzierbar bleiben.
Jürgen Brinkmann zur Neugestaltung des Ensembles und Plänen für den Bohlweg:



Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BraWo. Foto: Alexander Dontscheff


Zur Steigerung der Großzügigkeit und Verbesserung der Belichtung der bestehenden Wohnungen sollen viele der Fensterbrüstungen entfernt und durch neue, bodentiefe Fenster ersetzt werden. Die vorhandenen Gebäude erhalten jeweils durch gestalterische Unterteilung in eine gewerblich genutzte Sockelzone, zusammengefasste Wohngeschosse im Mittelteil und dem oberen Dachgeschoss großzügigere Proportionen. Höhen werden angeglichen, teilweise werden Aufstockungen vorgesehen.


Außenansicht des Gebäudeteils im Ritterbrunnen 4 und 5 (Schlossplatz). Foto: Visualisierung: Giesler Architekten / chora blau Architekturvisualisierung


Die denkmalgeschützte Gründerzeit-Fassade des Gebäudes Ritterbrunnen 6 soll in Absprache mit der Denkmalpflege stärker in die Gesamtstruktur integriert werden, am Ritterbrunnen 9 ist ein Neubau vorgesehen. Farblich aufeinander abgestimmt sollen die Einzelgebäude des gesamten Baublocks in hellen, leicht abgetönten Beige- bis Grautönen in einem ausgewogenen Verhältnis von Einheit und Vielfalt wirken. „Die Bauarbeiten werden in enger Abstimmung mit den ansässigen Mietern stattfinden, um die Beeinträchtigung des Alltagsgeschäfts so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus können sie sich auf die energetische Fassadensanierung sowie die zeitgemäße Sanierung ihrer Wohnungen freuen“, betonte Brinkmann.


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