Sie sind hier: Region >

Warneniederung: Optimierte Laichgewässer für Knoblauchkröten



Wolfenbüttel

Warneniederung: Optimierte Laichgewässer für Knoblauchkröten


Symbolfoto: Archiv
Symbolfoto: Archiv Foto: Anke Donner)

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail

Wolfenbüttel. Die wenigen Populationen der Knoblauchkröte im Landkreis Wolfenbüttel, insbesondere an der Warneniederung sind durch den Verlust von Lebensräumen bedroht. Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften" werden daher Laichgewässer und Landlebensräume für die Art optimiert. Das berichtet der Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in einer Pressemitteilung.



Der Landkreis Wolfenbüttel, die Gemeinde Schladen-Werla und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wollen durch die Anlage eines neuen Laichgewässers sowie die Sanierung dreier Altgewässer die vorhandenen Knoblauchkröten-Populationen stabilisieren.

Die Warne ist ein westlicher Zufluss der Oker in Niedersachsen und fließt über eine Länge von knapp 25 Kilometern durch die kreisfreie Stadt Salzgitter und den Landkreis Wolfenbüttel. In ihrer Niederung liegen zahlreiche Amphibiengewässer, die in den vergangenen Jahren jedoch stark zugewachsen und zum Teil verlandet sind und sich dadurch als Laichgewässer für die Knoblauchkröte nicht mehr eignen. Zur Aufwertung der vorhandenen Amphibiengewässer und Stabilisierung der Knoblauchkröten-Populationen in diesem Bereich wurden im Februar Arbeiten nahe Werlaburgdorf in der Gemeinde Schladen-Werla durchgeführt. Dabei werden drei vorhandene Gewässer saniert und ein weiteres neu angelegt.



An den Altgewässern wurden die vorhandenen Schilfröhrichte zurückgedrängt und Gehölze zurückgeschnitten. Außerdem wurde der Gewässergrund entschlammt und anfallender Aushub entfernt bzw. auf angrenzenden Flächen abgelagert. Schließlich wurde ein weiteres Gewässer mit einem Durchmesser von etwa 25 Metern und einer Tiefe von etwa 1,2 Metern neu angelegt. Die entnommenen Gehölze verbleiben auf der Fläche und dienen - zu Haufen aufgeschichtet - als Quartiere für Reptilien und Amphibien. „Ich freue mich, dass dieses Vorhaben Dank der Unterstützung durch Herrn Dr.Schütte vom Landkreis Wolfenbüttel und Frau Kabbe von der Gemeinde Schladen-Werla so unkompliziert und schnell umgesetzt werden konnte", sagt Tom Kutter vom NLWKN.

Andreas Memmert, Bürgermeister der Gemeinde Schladen-Werla, lobt ebenfalls die gute Zusammenarbeit der Projektbeteiligten. Die Sanierung der Tümpel ist ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz für eine bedrohte, aber wenig bekannte Krötenart.

Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften"


Die Maßnahme in der Warneniederung ist Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften" zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachen umgesetzt wird. Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region, wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer, sollen dabei nachhaltig aufgewertet werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten, wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse, sollen gestärkt werden.

Für die zehnjährige Laufzeit des Projektes steht beiden Ländern insgesamt ein Budget von 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel werden von der Europäischen Union gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liegt in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in Niedersachsen liegt beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU).


zum Newsfeed