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Warnstreik Nordzucker: 180 Mitarbeiter gingen auf die Straße



Braunschweig | Wolfenbüttel

Warnstreik Nordzucker: 180 Mitarbeiter gingen auf die Straße

von Max Förster


Über 180 Mitarbeiter von Nordzucker streiken für mehr Lohn. Fotos: Max Förster
Über 180 Mitarbeiter von Nordzucker streiken für mehr Lohn. Fotos: Max Förster Foto: Max Förster

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Region. Über 180 Mitarbeiter nahmen am heutigen Montag den Kampf um höhere Löhne bei der Firma Nordzucker auf. Bei einem Warnstreik wurde gegen das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 1,4 Prozent Lohnerhöhung in diesem und 1,4 Prozent im nächsten Jahr demonstriert. Gefordert wird eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent.

Für die Beschäftigten in der deutschen Zuckerindustrie fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ein Lohn-Plus von 4,5 Prozent über ein Jahr. „Davon würden allein an den Nordzucker-Standorten Clauen, Schladen, Nordstemmen, Uelzen, Klein Wanzleben und Braunschweig knapp 1.300 Menschen profitieren“, so Manfred Tessmann, Geschäftsführer der NGG Süd-Ost-Niedersachsen. Mit dem Warnstreik beim zweitgrößten Zuckerhersteller Europas solle jetzt der Druck erhöht werden. Denn eine gerade mal bei 1,4 Prozent liegende Erhöhung sei lächerlich, so Tessmann. Aus volkswirtschaftlicher Sicht, sei dies unklug, betonte er, "weil niedrige Löhne die Kaufkraft schwächen, die einen wichtigen Teil der Wirtschaft ausmacht... Es ist wichtig, dass ihr mit euren Warnstreiks eure Entschlossenheit zeigt, für die 4,5 Prozent einzustehen."


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Manfred Tessmann, Geschäftsführer der NGG Süd-Ost-Niedersachsen Foto:


Podcast: Rede von Manfred Tessmann


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"Gerechte Gehälter gibt es nicht zum Nulltarif"


Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund gibt den Mitarbeitern und dem NGG Rückendeckung. "Gerechte Gehälter gibt es nicht zum Nulltarif, dafür muss man kämpfen", betonte Michael Kleber vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Bernd Maiweg, Referatsleiter der Zuckerindustrie der Gewerkschaft NGG verwies sodann auf die um 20 Prozent gestiegene Dividende, die bei der Bilanzpressekonferenz von Südzucker verkündet wurde. Er unterstrich die seiner Meinung nach ungerechte Behandlung, die mit einer lediglich 1,4 prozentigen Lohnerhöhung den Arbeitnehmern zugemutet wird. Mit dem Protest soll gezeigt werden, dass jeder das Recht hat, für seine eigenen Forderungen einzutreten. "Wenn ihr das hier heute tut, sollen das die Arbeitgeber hören und entsprechend reagieren und uns teilhaben lassen", betonte er.

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Bernd Maiweg, Referatsleiter der Zuckerindustrie der Gewerkschaft NGG. Foto: Max Förster


Vierte Verhandlungsrunde


Am kommenden Donnerstag, 30. Juni findet die entscheidende vierte Verhandlungsrunde zwischen NGG und Arbeitgebern in Hannover statt. Die Arbeitgeber hätten bisher in drei Verhandlungsrunden eine Lohnerhöhung von 1,4 Prozent in diesem und 1,4 Prozent im nächsten Jahr angeboten, heißt es. Der Geschäftsführer der NGG Süd-Ost-Niedersachsen spricht von einer „unverschämten Offerte“, die weit hinter den Tarifabschlüssen anderer Branchen zurückbleibe. Sollte es in Hannover zu keiner Einigung kommen, werde man die Warnstreiks in der Region deutlich ausweiten, kündigt Tessmann an.


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