whatshotTopStory

Warten auf trockene Felder: Regen verlängert die Erntephase

von Christina Balder


Foto: Marc Angerstein

Artikel teilen per:

20.08.2014


Region Braunschweig. Während Straßen- und Eiscafébetreiber ihre Tische manchmal draußen schon gar nicht mehr trocken wischen, weil es ohnehin bald wieder regnet, lauern Landwirte in Braunschweig und Umgebung auf jede trockene Phase zwischen den Schauern. Ist es trocken genug, um den restlichen Weizen zu ernten? Volker Meier, Geschäftsführer des Landvolks Braunschweiger Land, ist mit der bisherigen Ernte nicht unzufrieden, hofft aber auf noch ein paar sonnige Tage.

Die Erntezeit zieht sich nun schon über rund zwei Monate. "Das ist ein enorm großes Zeitfenster, sagt Meier. "Irgendwann will man ja auch mal fertig sein." Doch so durchwachsen das Wetter in diesem Sommer bisher war, so unregelmäßig konnte auch nur geerntet werden. Bei der Gerste im Juni und dem Raps danach sei alles noch relativ problemlos gelaufen, erzählt Meier. "Dann fingen die Wetterkapriolen langsam an", erzählt er. Als Ende Juli der Weizen vom Feld musste, begann der Regen - doch nicht überall gleich. Während in Braunschweig etwa nur 20 Liter pro Quadratmeter fielen, kamen in Denkte (Kreis Wolfenbüttel) 160 Liter vom Himmel. "So extreme punktuelle Verteilungen hatten wir bisher nicht", sagt Meier. Das sei für die Bestände "gar nicht gut" gewesen. Auch intensive Hagelschauer Ende Juni/Anfang Juli hätten zu erheblichen Ertragseinbußen geführt, gerade bei Raps und Korn. Zwischen Sickte im Kreis Wolfenbüttel  bis zum Elm sei viel Hagel niedergegangen.

Die Flächen waren durch das nasse Wetter oft nicht befahrbar. Kaum war der Boden wieder etwas getrocknet, rückten die Landwirte wieder aus zum Mähen. "Es gab immer wieder flächendeckende Niederschläge, immer genug für Erntestopps", sagt Volker Meier. So kommt es, dass bisher erst 80 bis 90 Prozent des Weizens geerntet sind. Für den Rest warten die Landwirte immer wieder auf trockene Phasen.

Ob sich das Ganze gelohnt hat, zeigt sich aber erst später. Denn dann wird die Qualität bestimmt. Guter Weizen wird zu Mehl gemahlen, das später für Backwaren verwendet wird. Was weniger gut geeignet ist und Brot klitschig machen würde, wird als Futtermittel verwendet. Wie genau es um die Qualität des Weizens bestellt ist, kann aber noch niemand sagen. "Denn wer den Weizen bei sich einlagern kann, tut das und wartet auf einen guten Preis", erklärt Meier. Er gehe aber von einer durchschnittlichen bis guten Ernte aus.

Den Rüben hat der Regen übrigens gut getan. "Aber auch die würde sich jetzt langsam über ein bisschen Sonne freuen", sagt Meier. Die Landwirte in der Region wünschten sich nun noch einen schönen Spätsommer ("auch für die Urlauber", schiebt Meier noch hinterher), damit die Aussaat für das nächste Jahr die besten Startbedingungen erhält.


zur Startseite