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Was war vor dem Löwentor? Schloss Museum stellt neue Filme vor

Virtuell können die Besucherinnen und Besucher auf der Website des Schloss Museums den Kornmarkt und den Stadtmarkt im Jahr 1740 erleben.

Blick vom Hausmannturm des Schlosses, um 1900.
Blick vom Hausmannturm des Schlosses, um 1900. Foto: Museum Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. Die drei neuen Filme des Schloss Museums blicken auf die Geschichte Wolfenbüttels im 18. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen dabei Stadtbereiche, deren Entwicklung und Baugeschichte wichtige Kapitel der Stadtgeschichte erzählen. Virtuell können die Besucherinnen und Besucher auf der Website des Schloss Museums den Kornmarkt und den Stadtmarkt im Jahr 1740 erleben, dort ist die Hauptkirche vor ihrer Vollendung und ein Markt ohne Herzog zu sehen. Der dritte Film hat die Freiheit zum Thema, einen historischen Wolfenbütteler Stadtbezirk. In der Freiheit, zwischen Stadtmarkt und Schlossplatz gelegen, befand sich seit dem 17. Jahrhundert das später als Schluckpeter bekannte Haus. Das barocke Firmenschild dieses Gebäudes, das vielen Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbüttelern noch in Erinnerung ist, gehört heute in den Bestand des Museums Wolfenbüttel. Dies teilt die Stadt Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung mit.


Dieses „Stück“ Wolfenbüttel habe durch die Förderung der Curt Mast Jägermeister Stiftung restauriert werden können. Jahrhundertelange Wettereinflüsse hätten Rahmen und Farbe des barocken Firmenschildes geschadet – es sei brüchig geworden und ergraut. Farbuntersuchungen hätten den wiederhergestellten rot-braunen Ton ergeben. Über Jahrhunderte hätte das Holzschild seinen Platz im Herzen Wolfenbüttels, in der Löwenstraße 2, gehabt. Das später als Schluckpeter bekannte Haus sei wohl zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet worden und habe zunächst als Pforthaus vor dem Löwentor gedient. Mit der Residenzverlegung 1754 habe das Pforthaus seine Funktion verloren. 1771 habe August Peters eine Destille in diesem Gebäude eröffnet, eine Brennerei mit Ausschank. 1875 sei das Geschäft an den Wolfenbütteler Drogisten Carl Steinmann übergegangen. Der Firmenname „Aug. Peters“ sei geblieben und es wurde weiterhin Likör produziert und zusätzlich Wein verkauft.

Firmenschild Aug. Peters, 18. Jahrhundert, Restaurierung 2019/ 2020.
Firmenschild Aug. Peters, 18. Jahrhundert, Restaurierung 2019/ 2020. Foto: Museum Wolfenbüttel



Im Jahr 1938 habe Curt Mast das Haus an der Löwenstraße 2 erworben, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu der damaligen Produktionsstätte des Jägermeisters lag. 1967 habe die Karstadt AG das Grundstück gekauft, um nach dem Abriss des bestehenden Gebäudes eine moderne Kaufhausfiliale zu errichten, was in Teilen der Wolfenbütteler Bevölkerung auf Ablehnung stieß. Mit Beginn der Planungsphase habe sich unter der Federführung des damaligen Direktors der Herzog August Bibliothek – Prof. Paul Raabe – die Aktionsgemeinschaft Altstadt e.V. gebildet, die sich seit 1975 für den Erhalt der gesamtstädtischen Fachwerkarchitektur einsetze.

Haus Löwenstraße 2 mit Firmenschild Aug. Peters, Foto vor 1971.
Haus Löwenstraße 2 mit Firmenschild Aug. Peters, Foto vor 1971. Foto: Museum Wolfenbüttel



Der Verein habe statt eines modernen Neubaus eine Lösung gefordert, die sich dem historischen Fachwerkensemble anpasste. Mit Hilfe der Denkmalpflege habe man sich einigen können, originale Dachziegel, Fachwerkhölzer und das Firmenschild August Peters habe am Neubau eine Wiederverwendung gefunden. Karstadt habe 2005 die Filiale verlassen – Hertie übernahm, 2008 sei jedoch der Standort Wolfenbüttel aufgegeben worden. Im Jahr 2019 habe die Stadt Wolfenbüttel das Gelände mit dem Neubau des Geschäftshauses Löwentor neu belebt.

Das restaurierte Firmenschild „Aug. Peters“ werde in der neuen Ausstellung des Schloss Museum „Made in Wolfenbüttel“ zu sehen sein. Mehr auf www.museumwolfenbuettel.de, unter der Rubrik „Filme aus dem Schloss“.


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