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Wasser für die Sinti-Siedlung - Stadtbezirk setzt Zeichen

von Anke Donner


Wolfgang Wiechers, Heinz Stein, Tanja Bonnet, Heidi Wanzelius und Kurt Stein wollen mit ihre Aktion die Wasserversorgung auf dem Sinti-Platz vorantreiben. Fotos: Anke Donner
Wolfgang Wiechers, Heinz Stein, Tanja Bonnet, Heidi Wanzelius und Kurt Stein wollen mit ihre Aktion die Wasserversorgung auf dem Sinti-Platz vorantreiben. Fotos: Anke Donner Foto: Anke Donner

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23.06.2017

Braunschweig. Bewaffnet mit Spitzhacken, Schaufeln, Spaten, Schubkarren und Maurerkellen fanden sich am Freitagnachmittag Bezirksratsmitglieder und Bewohner am Wohnwagenplatz ein. Gemeinsam wollten sie ein Zeichen setzten. Ein Zeichen, das besagt, dass die Wasserversorgung auf dem Platz nicht mehr tragbar ist.


Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die meisten Bewohner des Wohnwagenaufstellplatzes Madamenweg 94 in Braunschweig noch immer keinen Wasseranschluss, der bis zu ihren Wohnparzellen führt. Gegen das Votum des Stadtbezirksrats entschied zuletzt der Sozialausschuss der Stadt mehrheitlich, dass auch weiterhin keine Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden sollen (regionalHeute.de berichtete).

Am Freitagnachmittag wurde also zu Spaten und Schaufel gegriffen und der "Graben" für eine weitere Wasserversorgung gezogen. Initiiert hatten die Aktion die Bezirksräte im Stadtbezirk Weststadt, Tanja Bonnet und Heinz Stein, sowie der Ratsherr Peter Rosenbaum. Ein Graben sollte hier nicht wirklich entstehen heute. Aber man wolle damit symbolisch verdeutlichen, dass die Wasserversorgung unzureichend ist. Nur ein Wasseranschluss, weit abgelegen von den Wohnwagen, versorgt derzeit die komplette Siedlung. Nicht zumutbar, sind sich Bewohner, sowie die Mitglieder derBIBS-Fraktion einig. Mit der Aktion, dem symbolischen Spatenstich, möchte man die Sache vorantreiben. Nun sind Stadt und Politik gefragt, an den Umständen etwas zu ändern.


Peter Anton wohnt seit über 60 Jahren auf dem Platz. Er zeigt die einzige Wasserstelle auf dem Platz. „Das ist menschenunwürdig", sagt er. Foto: Anke Donner


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