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Wasserstoff für alle - Kraftwerk Mehrum soll wichtiger Anker werden

Hierfür hat sich eine Initiative aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gegründet. Bis 2021 soll eine Studie zur Eignung des Kraftwerks vorliegen.

Wo heute noch Kohle verbrannt wird, könnte bald Wasserstoff umweltfreundlich Energie erzeugen.
Wo heute noch Kohle verbrannt wird, könnte bald Wasserstoff umweltfreundlich Energie erzeugen. Foto: aktuell24

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17.10.2020

Braunschweig / Peine. Unter dem Titel „H 2 Mehrum“ hat sich eine breite Initiative aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gegründet, die das Potenzial von grünem Wasserstoff für die Wirtschaftsregion Hannover-Braunschweig-Wolfsburg nachhaltig voranbringen möchte. Die beteiligten Partner haben es sich zum Ziel gesetzt, für eines der wichtigsten Industriezentren Niedersachsens, den Weg in die Wasserstoffwirtschaft zu entwickeln. Hierüber berichtet der Stromversorger BS Energy in einer Pressemitteilung.



„Als Energieversorger für Braunschweig und die Region haben wir uns einer Null-CO2-Emissionsstrategie bis 2035 verschrieben. Den ersten Schritt dorthin gehen wir mit der Modernisierung unseres Kraftwerksparks, die den Ausstieg aus der Energieerzeugung mit Kohle bis Ende 2022 vorsieht", erläutert Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender von BS Energy. Mit der Initiative "H 2 Mehrum" sollen die Voraussetzungen für dekarbonisierte Geschäftsmodelle als Grundlage einer landesweiten Energie- und Verkehrswende geschaffen werden. "Als Partner der Initiative und damit künftiger Nutzer von Wasserstoff können wir unsere Umweltstrategie konsequent in Richtung Dekarbonisierung umsetzen", so Mounier weiter. In einer ersten Phase wird im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht, inwiefern sich der Standort des heute noch mit Steinkohle befeuerten Kraftwerks Mehrum (Gemeinde Hohenhameln, Landkreis Peine) für den Aufbau eines regional übergreifenden Wasserstoff-Netzwerks (Cluster) eignet. Das Ergebnis der Studie, die in Zusammenarbeit der Firma Siemens Energy mit der Leibniz Universität Hannover entsteht, wird bis Sommer 2021 erwartet.

Mehrum bietet sich als ein potenzielles Zentrum einer niedersächsischen Wasserstoff-Produktion an, weil hier optimale Schnittstellen zwischen Energieerzeugung und Energieverbrauch sowie der benötigten Infrastruktur auf Strom- und Gasseite bestehen. Ein auf dem Kraftwerksgelände zu errichtender Elektrolyseur würde große Mengen an regenerativ erzeugtem Strom in Wasserstoff umwandeln können. Industrielle Abnehmer der Region Hannover/Braunschweig/Wolfsburg könnten so ihren Eigenbedarf an grünem Wasserstoff durch die in Mehrum produzierten Mengen decken Die nach aktuellen Planungen in naher Zukunft gut ausgebauten Strom- und Gasnetze der Region könnten dem Transport des regenerativen Windstroms und des erzeugten Wasserstoffs dienen. Das Gasnetz könnte darüber hinaus die Speicherung des Wasserstoffs übernehmen.

Als weitere Fragestellungen verfolgt die Machbarkeitsstudie die mögliche Produktion von synthetischen Kraftstoffen sowie grundsätzliche Aspekte der Sektorkopplung, also der Verbindung von Elektrizität, Wärmeversorgung, Mobilität und Industrie. Der Kreis der Gründer von „H 2 Mehrum“ besteht aus Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG (BS|ENERGY), dem Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Deutschland Transport Services GmbH (Gasunie), Kraftwerk Mehrum GmbH (KWM), Siemens Energy, dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT, VW Kraftwerk GmbH, ÜSTRA/regiobus sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Institut für Elektrische Energiesysteme (IfES) der Leibniz Universität Hannover.


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