Wenn der Nachbau eines über 200 Jahre alten Geschützes getauft wird...

Der sogenannte 9-Pfünder ist sogar einsatzfähig und für bestimmte Anlässe freigegeben.

Das Feldcorps mit Andreas Behrendt, Peter Diedrich, Michael Golz und Thomas Musahl (v. li.).
Das Feldcorps mit Andreas Behrendt, Peter Diedrich, Michael Golz und Thomas Musahl (v. li.). | Foto: privat

Wolfenbüttel. Das Herzoglich Braunschweigische Feldcorps hatte jüngst zu einer besonderen Veranstaltung in das Herzog Heinrich’s in der Frankfurter Straße in Wolfenbüttel eingeladen. Im Rahmen der „Taufe eines 9-Pfünders“, dem originalgetreuen Nachbau eines über 200 Jahre alten Geschützes, freute sich Vereinsvorsitzender Thomas Musahl sichtlich, zahlreiche Mitglieder und Freunde begrüßen zu können. Darüber berichtet das Herzoglich Braunschweigische Feldcorps in einer Pressemitteilung.



Besonders herzlich wurden von der Versammlung die Geschützbauer Mika und Chris Oehlmann sowie Uwe Heusmann, Erster Vorsitzender der Napoleonischen Gesellschaft, und Marcus van Veenendaal willkommen geheißen.

Nachbau eines britischen Geschützes


"Taufpatin" war Ingrid Rauhe, die Ehefrau des Gründungsmitglieds und Ehrenvorsitzenden Albert Rauhe. Der historische Nachbau bezieht sich auf ein britisches Geschütz, mit dem das Herzoglich Braunschweigische Feldcorps für seine Fußartillerie während der napoleonischen Epoche ausgestattet wurde. Nach der Völkerschlacht von Leipzig 1813 konnten zudem französische Beutegeschütze angekauft werden.

Taufpatin Ingrid Rauhe und Ehrenvorsitzender Albert Rauhe mit dem historischen Geschütz.
Taufpatin Ingrid Rauhe und Ehrenvorsitzender Albert Rauhe mit dem historischen Geschütz. Foto: privat


Das Geschütz verfügt über ein Kaliber von 90 Millimetern. Der Guss erfolgte in Schöppenstedt. Die Lafette besteht aus Eichenholz und ist in Handarbeit gefertigt. Sämtliche Beschlagnägel sind handgeschmiedete Einzelstücke. Für die Achse und Räder fanden historische Ackergeräte Verwendung. Aufgrund der manuellen Fertigung hat der Nachbau einen Zeitraum von mehreren Jahren umfasst. Als besondere Herausforderung galt es, sämtliches Zubehör durch Handarbeit anzufertigen. „Das war eine einzigartige handwerkliche Meisterleistung,“ so Thomas Musahl.

Zum Schießen freigegeben


Das Geschütz ist vom staatlichen Beschussamt Mellrichstadt in Bayern geprüft und sowohl zum Böllern als auch für den Kanonenschuss mit einem Kugelgewicht von 2.990 Gramm freigegeben. Zukünftig wird das Feldcorps dieses Geschütz bei historischen Gefechtsdarstellungen und dem Salutschießen, aber auch bei Teilnahmen an Schießwettbewerben einsetzen.