Braunschweig

Wenn Lebensretter ausbilden zur Leidenschaft wird


Sanitätshelfer Philipp Ballschuh und Ingo Heindorf (re.) bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Fotos: Natalia Shapovalova / Johanniter
Sanitätshelfer Philipp Ballschuh und Ingo Heindorf (re.) bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Fotos: Natalia Shapovalova / Johanniter Foto: Natalia Shapovalova / Johanniter.

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06.12.2016

Braunschweig. Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich Ingo Heindorf ehrenamtlich bei den Johannitern. Sein Wirken wurde nun mit einer Feierstunde geehrt.



Bereits im Alter von 14 Jahren kam Ingo Heindorf zu den Johannitern. Ein tragischer Notfall in der Familie bewegte ihn dazu, Erste Hilfe lernen zu wollen. Diese Möglichkeit fand er bei der Jugend der christlichen Hilfsorganisation. Dass daraus ein jahrzehntelanges Engagement wird, damit hätte Heindorf damals bestimmt nicht gerechnet. Nun blickt der 54-jährige gebürtige Braunschweiger auf 40 Jahre Johanniter-Ehrenamt zurück.

Anlässlich dieses runden Jubiläums luden Ortsbeauftragte Gudula von Kalm und Dienststellenleiter Marc Wegner Ingo Heindorf in die Dienststelle der Braunschweiger Johanniter in der Ludwig-Winter-Straße zu einem kleinen Empfang ein und überreichten ihm eine Urkunde. "40 Jahre ehrenamtliches Engagement bei den Johannitern - man kann das nicht genug wertschätzen, besonders heutzutage", betont Marc Wegner. "Sie sind eine große Stütze für uns im Ortsverband und ich bin sehr dankbar, dass Sie bei uns sind", ergänzt Gudula von Kalm. "Wir wünschen Ihnen viel Glück und Gesundheit und hoffen, dass Sie uns noch lange erhalten bleiben".


Dienststellenleiter Marc Wegner (li.), Ortsbeauftragte Gudula von Kalm und Fabian Schridde (re.) überreichten Ingo Heindorf eine Urkunde zu seinem 40. Jubiläum bei den Johannitern. Foto: Natalia Shapovalova / Johanniter



Am 1. Dezember 1976 ist Ingo Heindorf in die Johanniter-Jugend eingetreten, nach zwei Jahren kam er in die Helferschaft und machte eine Ausbildung zum Sanitätshelfer. Danach folgte ein Lehrgang zum Gruppenführer und Breiten- und Fachausbilder. Anschließend wurde Heindorf Lehrbeauftragter der Johanniter und hatte als eine der Aufgaben die Überprüfung der neuen Konzepte in der Breitenausbildung, wie zum Beispiel das Konzept für Erste Hilfe am Kind, das von den Johannitern und der Barmer damals auf Bundesebene erarbeitet und erstmals umgesetzt wurde. Auch in seinem Beruf ließ sich Ingo Heindorf ständig weiterbilden und qualifizieren. Er machte bei einem Kreditinstitut eine Ausbildung zum Bürokaufmann, bei der Bundeswehr lernte er EDV-Sachbearbeiter und wurde später Systemberater.

Doch die Breitenausbildung ist seine ganze Leidenschaft. Zwischen 200 und 220 Seminare gibt Ingo Heindorf mittlerweile im Durchschnitt pro Jahr, rund 2500 Menschen erlernen bei ihm die lebensrettenden Maßnahmen. Erste Hilfe für Führerscheinanwärter, Erste Hilfe am Kind, Kurse für Ersthelfer in Betrieben sowie Erste Hilfe für Blinde oder Gehörlose - sind einige der vielen Lehrgänge, die man bei ihm absolvieren kann. Auch die Ausbildung der Ersthelfer von morgen oder für Kinder mit massiven Lernschwächen bietet Heindorf, Vater von vier Kindern und mittlerweile fünffacher Opa, an.

Im Johanniter-Ehrenamt kümmert sich Ingo Heindorf um die interne Ausbildung der Helfer. Warum? "Weil es Spaß macht. Außerdem sieht man bei den Sanitätsdiensten, wie die Helfer mit den Situationen klar kommen - eine schöne Rückmeldung für mich als Ausbilder", so Ingo Heindorf. Doch nicht nur die ernste Materie der Lebensretterausbildung macht ihm Freude. Sobald Ingo Heindorf neben seinem Ehrenamt und seiner Ausbildertätigkeit bei den Johannitern eine freie Minute hat, schwingt er gerne mit seiner Lebenspartnerin das Tanzbein am liebsten zu lateinamerikanischen Rhythmen.

Helden bitte melden


Um auch in Zukunft den Herausforderungen im Bevölkerungsschutz gewachsen zu sein, haben die Johanniter in Niedersachsen und Bremen die Kampagne "Helden bitte melden" gestartet. Ziel ist, Menschen für ein Ehrenamt im Bevölkerungsschutz zu begeistern und neue Helfer zu gewinnen. Was die Johanniter machen und wo man sich engagieren kann, erfahren Interessierte unter www.helden-bitte-melden.de.


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