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Wenn Weihnachten nicht wiederkehrt: Markurth besuchte Hospiz



Braunschweig

Wenn Weihnachten nicht wiederkehrt: Markurth besuchte Hospiz

von Alexander Dontscheff


Ulrich Markurth im Gespräch mit einigen Mitarbeitern des Hospizes. Fotos: Alexander Dontscheff
Ulrich Markurth im Gespräch mit einigen Mitarbeitern des Hospizes. Fotos: Alexander Dontscheff Foto: Alexander Dontscheff

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Braunschweig. 176 Menschen hat das Hospiz Am Hohen Tore in diesem Jahr bereits auf dem schweren Weg in den Tod begleitet. Weihnachten ist in einer Einrichtung wie dieser ein ganz besonderes Fest. Daher statte Oberbürgermeister Ulrich Markurth den Mitarbeitern am heutigen Heiligabend einen Besuch ab.



Es herrsche heute eine ganz besondere Stimmung, berichten mehrere Mitarbeiter des Hospizes. Auf der einen Seite Freude, da in vielen Fällen Angehörige zu Besuch kämen. Auf der anderen Seite aber auch Trauer. Denn für viele sei es das letzte Weihnachtsfest und somit "ein Weihnachten, das nicht wieder kommt".

"Auch für viele Angehörige ist es ein ganz besonderes Weihnachten", erzählte Hospiz-Leiterin Petra Gottsand. Manche würden auch über Nacht bleiben. In den Fällen, wo es keine Angehörige gäbe, seien die Mitarbeiter ganz besonders gefordert.

"Gut, dass es Sie gibt!"


Ulrich Markurth zollte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vollsten Respekt, dass sie jedes Jahr Weihnachten in dieser besonderen Situation erleben und gestalten. "Gut, dass es Sie gibt!", so der Oberbürgermeister.

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Ein Weihnachtsbaum aus Einweghandschuhen - die ganz spezielle Deko der Mitarbeiter des Hospizes. Foto:



Allgemein sei der Trend zu beobachten, dass auch zunehmend jüngere Menschen im Hospiz betreut werden müssten. Hier sei eine andere Herangehensweise gefordert. Bei diesen Patienten seidie Akzeptanz, dass das Leben jetzt schon zu Ende ist, noch schwerer zu verarbeiten. Zudem hätten diese auch andere Wünsche, wie noch einmal auf Reisen oder zum Fußball zu gehen.

Lebensläufe, Familien, Tragödien


Doch wie gehen die Mitarbeiter mit dem Erlebten um? 176 begleitete Menschen - das sind 176 Lebensläufe, Familien, Tragödien. "Vergessen kann man es nicht, aber man muss es im Bereich der Arbeit liegen lassen", war zu hören. Aber auch: "Man muss sich vergegenwärtigen, wie dankbar man sein kann, auf der guten Seite des Bettes zu stehen." Ein anderer Aspekt ist die Dankbarkeit, die man seitens der Patienten und Angehörigen entgegengebracht bekommt,

Markurth sprach auch noch weitere Themen an, die die Einrichtung bewegten, etwa die kritische Parkplatzsituation, Lärmbelästigungdurch "Freilufttrinker"im angrenzenden Park oder die angespannte Raumsituation. Außerdem sucht das Hospiz noch weitere Kollegen. Neben der Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger sei die Voraussetzung vor allem, "das Herz am rechten Fleck" zu haben. "Dass das Team funktioniert, ist das A und O", so Gottsand.


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