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Wer ist immun gegen Corona? - Antikörper-Studien sollen Aufschluss geben

Wie viele Menschen sind immun gegen das neue Coronavirus? Robert Koch-Institut startet bundesweite Antikörper-Studien

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Marvin König

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09.04.2020

Region. Wie weit ist das neue Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland tatsächlich verbreitet? Wie viele Menschen haben bereits eine Infektion durchgemacht und sind jetzt zumindest für eine gewisse Zeit immun? Das wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts in mehreren großangelegten Studien herausfinden. Untersucht wird, ob sich im Blut der Studienteilnehmer Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen lassen - ein sicherer Hinweis auf eine durchgemachte Infektion. Von den Studien werde ein genaueres Bild über das SARS-CoV-2-Geschehen in Deutschland erwartet, wie das Robert-Koch-Institut in einer Pressemitteilung berichtet.


Es sei bisher nicht bekannt, wieviele Menschen in Deutschland eine Infektion tatsächlich durchgemacht haben und damit immun sind. Die Infektion verlaufe häufig mild oder sogar unbemerkt. "Die Ergebnisse der Antikörper-Studien sind von großer Bedeutung, um den Verlauf und Schwere der Pandemie genauer abschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können", unterstreicht Wieler.

Eine Infektion mit SARS-CoV-2 sei in Deutschland meldepflichtig. Die offiziellen Meldezahlen würden aber nur einen Teil der SARS-CoV-2-Infektionen widerspiegeln. Nicht jeder Infizierte entwickele so starke Symptome, dass er zum Arzt gehe, und nicht jeder mit Symptomen werde getestet. Mit den derzeit eingesetzten PCR-Tests lasse sich außerdem nur eine akute Infektion nachweisen: Der Test detektiere das Erbgut des Virus, meist in Rachenabstrichen. Bei Antikörper- oder serologischen Studien werde das Blut der Probanden auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht. Antikörper würden sich frühestens ein bis zwei Wochen nach der Infektion nachweisen lassen. Entsprechende Labortests seien erst seit kurzem verfügbar.

Längerfristige Studie geplant



Das RKI starte in Kürze Untersuchungen an Blutspendern und Menschen in einigen COVID-19-Ausbruchsgebieten. Längerfristig sei eine bundesweite repräsentative Studie geplant. Bei der Laboranalytik arbeite das RKI eng mit dem von Prof. Christian Drosten geleiteten Institut für Virologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin zusammen.

Die Studien im Überblick


Serologische Untersuchung an Blutspendern in Deutschland: In Zusammenarbeit mit den Blutspendediensten würden regelmäßig Blutproben von Erwachsenen aus ganz Deutschland auf Antikörper untersucht werden. So könnten Rückschlüsse auf die Verbreitung von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung gezogen werden. Ab voraussichtlich kommender Woche sollen alle 14 Tage zirka 5.000 Blutproben untersucht werden. Erste Ergebnisse würden Anfang Mai 2020 erwartet werden.

Seroepidemiologische Studien an mehreren besonders betroffenen Orten ("Hotspots") in Deutschland: Ziel der örtlich begrenzten Studien sei es, durch die Bestimmung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in repräsentativen Stichproben der Einwohner die Immunität in der Bevölkerung vor Ort abzuschätzen. Auch der Anteil asymptomatischer Infektionen und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf in der Bevölkerung sollen besser abgeschätzt werden. In jedem Ort werden etwa 2.000 Probanden ab 18 Jahre mehrfach untersucht, die Probanden würden zusätzlich unter anderem zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumstände und psychischer Gesundheit befragt werden. Studienbeginn sei Mitte April 2020, mit ersten Ergebnissen sei im Mai 2020 zu rechnen. Bei der Planung und Durchführung dieser sogenannten "Hotspot"-Studien arbeite das RKI mit Forschern um Prof. Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig zusammen.

Bundesweite bevölkerungsrepräsentative seroepidemiologische Studie: Durch die Bestimmung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in einer bundesweit repräsentativen Stichprobe solle die tatsächliche Verbreitung, Immunität, der Anteil asymptomatische Infektionen, die tatsächliche Sterberate und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf in der Bevölkerung in Deutschland besser abgeschätzt werden. Untersucht werden sollen 15.000 Personen ab 18 Jahre an 150 Studienorten, die Probanden werden zusätzlich unter anderem zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumstände und psychischer Gesundheit befragt. Studienbeginn sei voraussichtlich Mitte Mai 2020, erste Ergebnisse würden im Juni 2020 erwartet.


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