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Werden Gewerkschaften vom Innenstadt-Dialog ausgeschlossen?



Braunschweig

Werden Gewerkschaften vom Innenstadt-Dialog ausgeschlossen?

In einer Pressemitteilung wirft ver.di der Stadt Braunschweig vor, die Gewerkschaften vom Innenstadt-Dialog auszuschließen. Die Stadt weist diese Vorwürfe derweil zurück.

von Niklas Eppert


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: regionalHeute.de

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Braunschweig. In einer Pressemitteilung schießt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di scharf gegen die Stadt Braunschweig: Demnach seien die Gewerkschaften vom seit Oktober laufenden Innenstadt-Dialog ausgeschlossen worden, ja die Stadt habe nicht einmal Interesse daran gezeigt, die Arbeitnehmervertretungen am Prozess der Erneuerung der Innenstadt teilhaben zu lassen. Auf Anfrage von regionalHeute.de widerspricht die Stadt mit einem Statement: Man wolle ver.di sehr wohl miteinbeziehen.



Eine attraktive Innenstadt "ohne qualifizierte und motivierte Mitarbeiter", das sei nicht denkbar, lässt sich ver.di-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller in einer Pressemitteilung der Dienstleistungsgewerkschaft zitieren. Umso mehr verwundere es die Gewerkschafter, dass sie im seit Oktober laufenden Innenstadt-Dialog nicht zu Wort kämen. Mehr noch: Die Arbeitnehmerverbände seien erst gar nicht eingeladen worden.

Man begrüße zwar das Vorhaben, ein neues Innenstadtkonzept gemeinsam mit verschiedenen betroffenen Akteuren zu erarbeiten. Ohne die Gewerkschaften sei das jedoch nicht denkbar. Sebastian Wertmüller geht sogar noch weiter: Es sei geradezu auffällig, wie die Stadt die Perspektive der Arbeitnehmer außen vor lasse. Hierfür sei ver.di doch der richtige Ansprechpartner.

Stadt weist Vorwürfe zurück


Zum Auftakt des Dialogs seien die Gewerkschaften zunächst nicht eingebunden worden, bestätigt ein Sprecher der Stadt Braunschweig auf Nachfrage von regionalHeute.de. Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie seien die Plätze bei der Auftaktveranstaltung Anfang Oktober in der Volkswagenhalle begrenzt gewesen. Man habe daher Prioritäten setzen müssen, wer zur Veranstaltung vor Ort eingeladen werden könne. Die Gewerkschaft ver.di sei nicht der einzige "relevante Akteur" gewesen, der nicht eingeladen worden sei. Das heiße jedoch nicht, dass die Gewerkschaften ausgeschlossen würden.

Zunächst einmal sei die Auftaktveranstaltungen live aus der Volkswagenhalle ins Internet übertragen worden, mit der Möglichkeit für Zuschauer Fragen zu stellen. Es stünde außerdem eine E-Mail-Adresse zur Verfügung, mit der jederzeit Kontakt mit den "Prozessverantwortlichen" aufgenommen werden könnte. Außerdem sei der Innenstadtdialog noch nicht vorbei.

Viel mehr ginge der Prozess im kommenden Jahr in eine neue Runde, dann mit zusätzlichen Gesprächspartnern. Darunter sollen sich auch Gewerkschaften, explizit ver.di, und weitere Organisationen und Akteure befinden, die bislang nicht zu Wort gekommen seien. Überhaupt sei die Stadt jederzeit für Anregungen offen, auch außerhalb des eigentlichen Dialogs in bilateralen Gesprächen.

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