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Wie lässt man Berufsabschlüsse aus dem Ausland anerkennen?

von Alexander Dontscheff


Symbolfoto: Werner Heise
Symbolfoto: Werner Heise Foto: Werner Heise

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27.02.2017

Braunschweig. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Integrationsfragen waren Mitarbeiterinnen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig zu Gast, die von der Praxis der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse berichteten.


"Grundsätzlich kann jeder zu uns kommen, um seine Abschlüsse prüfen zu lassen", berichtete Astrid Oldermann, zuständige Ansprechpartnerin der IHK Braunschweig. Nach demBerufsqualifikationsfeststellungsgesetz können dies Inländer sein, die im Ausland gelebt und dort eine Ausbildung gemacht haben oder Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis,Duldung oder Aufenthaltsgestattung. Für den Antrag benötigt wird ein Identitätsnachweis, die Zeugnisse im Original und in Deutscher Übersetzung, ein tabellarischer Lebenslauf und gegebenenfalls ein Heiratsdokument.

Nur die Erstberatung ist kostenfrei


Die Erstberatung ist kostenfrei. Kommt es zu einem Antragsverfahren, werden Kostenfür die Beschaffung von Dokumenten, Dolmetscher und Gebühren der zuständigen Ämter fällig. Diese können mehrere hundert Euro betragen, so Oldermann. Zuschüsse vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit sind möglich.

Die meisten Fälle führten zum Erfolg


Im Zeitraum Mai 2012 bis Januar 2017 hat die IHK Braunschweig 208 Anträge bearbeitet. Zehn davon blieben ohne Bescheid, das heißt es konnte keine Gleichwertigkeit mit einem vergleichbaren Beruf in Deutschland festgestellt werden. In 59 Fällen waren die Abschlüsse teilweise gleichwertig. Mit einer entsprechenden Weiterqualifizierung kann eine Gleichwertigkeit erreicht werden. In 139 Fällen konnte volle Gleichwertigkeit bescheinigt werden. Neben Berufsabschlüssen wurden auch Schul- und Hochschulabschlüsse geprüft.

Fast die Hälfte (40 Prozent) der Anträge kamen von Personen aus EU-Ländern, 22 Prozent aus den Ländern der ehemaligen UdSSR und 5,8 Prozent aus dem restlichen Europa. Der Rest der Welt (32,3 Prozent) wird vor allem durch die Türkei und Syrien vertreten.

Auch Willkommenslotsen im Einsatz


Neben der Prüftätigkeit, gibt es bei der IHK auch Willkommenslotsen wie Christiane Trabitz, die kleine und mittlere Unternehmen beraten, die Flüchtlinge beschäftigen. Diese führen auch Informationsveranstaltungen an Schulen durch und pflegen Kontakte innerhalb des Netzwerkes.


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