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Wie überwintern Amphibien? - Naturnahe Gärten können helfen

Die ÖNSA stellt zwei Überwinterungskünstler vor: Wechselkröte und Feuersalamander.

Feuersalamander
Feuersalamander Foto: Cornelia Schilling

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23.12.2020

Region. Wie überstehen eigentlich Amphibien den Winter? Die Biologin Marieke Neßmann von der Ökologischen NABU-Station Aller/Oker (ÖNSA) weiß Bescheid: „Viele Amphibienarten suchen sich frostfreie Verstecke an Land: Dort verbringen sie die kalte Jahreszeit in einer Art Winterstarre. Um Energie zu sparen, fahren sie ihren Stoffwechsel herunter.“ Ein besonderes Augenmerk legt die ÖNSA auf die Wechselkröte, die in Niedersachsen inzwischen nur noch an sehr wenigen Stellen in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel vorkommt. In Kooperation mit den Unteren Naturschutzbehörden werden darum Schutzmaßnahmen für diese in Niedersachsen vom Aussterben bedrohte Amphibienart durchgeführt. Wer Glück hat, kann Wechselkröten aber sogar im eigenen Garten finden. Dies teilt der ÖNSA in einer Pressemitteilung mit.



„Im Winter zieht sie sich in Hohlräume im Boden, unter Steine oder in Gewächshäuser und alte Gemäuer zurück und übersteht so gut geschützt die kalte Jahreszeit“, so Neßmann. Ein naturnaher Garten mit vielen Verstecken helfe aber nicht nur der Wechselkröte beim Überwintern, sondern auch Igeln und zahlreichen Insektenarten. Die Tiere sollten nicht gestört werden. Wer aber von Wechselkrötenvorkommen weiß, könne sie gerne der ÖNSA melden.

Noch relativ häufig und bei milden Temperaturen sogar vereinzelt auch im Winter anzutreffen sei hingegen der Feuersalamander. „Wenn es im Herbst kälter wird, begibt sich der Feuersalamander in sein Winterquartier. Dabei ist er sehr standorttreu und kehrt oft über Jahre zum selben Versteck zurück“, so Nicole Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ÖNSA. Auch der Feuersalamander nutze Höhlen im Boden aber auch Bergwerksstollen, in denen das ganze Jahr über relativ gleichbleibende Temperaturen herrschen. Die Weibchen würden ihre Larven zumeist im Frühjahr in kühle Waldbäche absetzen. Nach diesen habe die ÖNSA zusammen mit Ehrenamtlichen in 2019 und 2020 die Bäche des Lappwalds abgesucht, um eine Übersicht über das lokale Vorkommen zu erhalten. Wer die „Regenmännchen“ beobachten möchte, könne bei milden Temperaturen und leichtem Niederschlag nicht nur im Lappwald, sondern auch im Elm und im Dorm sein Glück versuchen.


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