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Wie wird ein Land zur Heimat?



Gifhorn

Wie wird ein Land zur Heimat?

von Nino Milizia


Die Diakonie Kästorf arbeitet am Modellprojekt "Patenschaften". Foto: Cagla Canidar
Die Diakonie Kästorf arbeitet am Modellprojekt "Patenschaften". Foto: Cagla Canidar Foto: Cagla Canidar

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Gifhorn. Am gestrigen Mittwoch beschäftigte sich im "Mehrgenerationenhaus" eine Gruppe, die an einer Patenschaft für Flüchtlinge interessiert ist, mit den zentralen Fragen für diese Tätigkeit. Ein Netzwerk, das Paten unter die Arme greifen soll, ist das Ziel.



Durch verschiedene gesetzliche Regelungen wird den jungen Flüchtlingen unter die Arme gegriffen. Doch sind dadurch alle Problemsituationen abgedeckt oder gibt es noch welche, in denen sich die Betroffenen überfordert fühlen?

Der Übergang in eine Ausbildung beispielsweise bringt viele an ihre Grenzen. Dann zeige sich oftmals, dass der allgemeine Spracherwerb zügig voran gehe. Wenn es aber um das Aneignen von Fachsprache ginge, sei zwingend Hilfe erforderlich. Auch Beantragungen von Erziehungshilfen und das Anlaufen des Asylverfahrens stelle die jungen Neuankömmlinge vor große Herausforderungen.


Patenschaften wichtig, aber auch die Paten brauchen Anlaufpunkte


Genau deswegen erachtet die Diakonische Jugend- und Familienhilfe Kästorf Patenschaften für die überforderten Flüchtlinge als so imminent wichtig. Unterstützen können diese sozial Engagierten ihre Schützlinge beim Spracherwerb, bei Behördengängen, bei der Integration in Vereine, bei der Begleitung im Anerkennungsverfahren, bei der Ausbildung und Arbeit und vielem mehr. Doch wird dabei außer Acht gelassen, dass sich auch für die ehrenamtlichen Paten dabei Schwierigkeiten ergeben können und bislang kaum Anlaufpunkte für diese existieren. Was tun, wenn verschiedene Weltanschauungen aufeinander prallen? Wie kann man helfen, wenn man selbst den Durchblick im Antragsdschungel verliert? An wen kann man sich wenden, wenn man nicht weiter weiß? Wie geht man mit Trauma-Erfahrungen um? Und was macht man, wenn man sich selbst überfordert fühlt?

Eine Anlaufstelle für Paten soll geschaffen werden


In einer Gruppendiskussion soll nun erarbeitet werden, wie ein Netzwerk, welches den Paten unter die Arme greifen könnte, aussehen sollte. Die Ergebnisse des Diskussionsabends werden von den Diskussionsleitern Eckart Schulte und Nancy Happ im Anschluss analysiert und sollen eine Grundlage für das Schaffen einer Anlaufstelle bilden. Keine Institutionen sollen dabei ausgeschlossen werden, ein Miteinander der verschiedenen Vereine ist ausdrücklich erwünscht.

Sollten Sie selbst an einer patenschaftlichen Arbeit interessiert sein, können Sie sich selbstverständlich mit der Diakonie Kästorf in Verbindung setzen. Möglich ist dies telefonisch unter 05371/ 61 951 211 oder per E-Mail an n.happ@kaestorf-jugendhilfe.de. Die Sprechzeiten sind montags von 15 bis 18 Uhr, jeden zweiten und vierten Freitag im Monat von 9 bis 12 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat zwischen 9 und 12 Uhr.


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