Wiedehopf: Unser seltener Vogel aus Wolfenbüttel "fliegt" um die Welt

In Wolfenbüttel gesichtet, machte unser kleiner Wiedehopf eine Weltreise. So kam es dazu.

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Unsere Redaktion erhielt aus der ganzen Welt Nachrichten zum Wiedehopf.
Unsere Redaktion erhielt aus der ganzen Welt Nachrichten zum Wiedehopf. | Foto: Pixabay; regionalHeute.de

Region. Als regionaler Berichterstatter erhalten wir viele Zuschriften von unseren Lesern. Doch meistens geht es dabei um Geschehnisse aus dem Großraum Braunschweig und dem Harzvorland. Anders sah dies allerdings aus, als wir vor rund einer Woche von einem seltenen Vogel berichtet haben, der in Wolfenbüttel gesichtet wurde: dem Wiedehopf.



Seit der Veröffentlichung unseres Artikels über die Sichtung des auffälligen Vogels haben uns zahlreiche Zuschriften aus aller Welt erreicht - der kleine Wiedehopf aus Wolfenbüttel machte quasi eine richtige Weltreise.

Die Nachrichten beinhalten aufschlussreiche Informationen über die Vogelsituation im Iran, dem Irak, Afghanistan, Pakistan und anderen Gebieten, wo der Wiedehopf als weitverbreitete Vogelart bekannt ist. Die Leser berichteten, dass der Vogel in diesen Regionen häufig anzutreffen ist. Dennoch bleibt der Wiedehopf bei uns selten.

Ein besonderes Tier


Dieses breite Interesse verdeutlicht die Bedeutung des Wiedehopfes als bemerkenswerte Vogelart. Seine bisherigen Auszeichnungen als Vogel des Jahres im Jahr 1976 und 2022 unterstreichen seine einzigartige Stellung. Die internationale Aufmerksamkeit, die ihm nun zuteilwird, hat dazu beigetragen, erneut den Blick auf diesen faszinierenden Vogel zu lenken.

Auch nach unserer Berichterstattung über den seltenen Wiedehopf gab es viele weitere Meldungen von Sichtungen aus unserer Region - dies teilte uns der NABU mit. Das bestätigt, dass der Vogel, obwohl selten, dennoch vereinzelt bei uns anzutreffen ist. Dabei ist es sicherlich ermutigend, wie ein einfacher Artikel die Menschen sensibilisieren und zu weiteren Beobachtungen motivieren kann.

Neue Erkenntnisse


Natürlich gab es für uns auch noch ein paar neue Details zu entdecken. So berichteten Leser davon, dass der Wiedehopf kein unbekanntes Tier in Deutschland sei. So ist er sogar Teil unseres Kulturgutes. Wie das? Fast jeder kennt doch das alte Kinderlied der Vogelhochzeit (auch: Ein Vogel wollte Hochzeit feiern) - alle Strophen hingegen kennen nur wenige. Da heißt es nämlich auch:
"Der Wiedehopf, der Wiedehopf,
der bringt der Braut nen Blumentopf."


Und noch ein Detail kündigt den Wiedehopf an. Er ist nämlich ein hausgemachter Stinker! Im deutschsprachigen Raum hieß es früher "Du stinkst wie ein Wiedehopf". Diese Redewendung kommt nicht von ungefähr: Junge Wiedehopfe können ein übelriechendes Sekret absondern. Damit sind sie in der Lage, Feinde abzuschrecken. Das funktioniert bei anderen Tieren, aber auch bei uns Menschen ganz wunderbar.

So kam es zu der Sichtung


Losgetreten wurde der Artikel durch das Video einer Leserin. Sie hatte den Wiedehopf in ihrem Garten in Wolfenbüttel entdeckt und sich gefragt, um was für einen seltsamen Vogel es sich dabei wohl handeln mag. Das auffällige Gefieder, die Haube und der lange Schnabel weckten schnell die Vermutung, dass es sich hierbei um den Wiedehopf handeln könne. Doch kommt der in unserer Region überhaupt vor?

Eine Anfrage beim NABU bestätigte den Verdacht. Außerdem berichteten uns die Naturschützer, dass es sich tatsächlich um eine seltene Sichtung handelt. Daraufhin veröffentlichten wir unseren Artikel.

Für alle, die es verpasst haben, hier ist noch einmal das Video, das alles losgetreten hat:



Ein Zeichen für Vielfalt


Der Wiedehopf ist nicht nur wegen seiner auffälligen Erscheinung und seines putzigen Verhaltens bekannt (wenn er sich nicht gerade dazu entschließt, seinem Ruf als Stinker gerecht zu werden), sondern auch aufgrund seiner Rolle als Indikator für die Vielfalt und den Schutz von Lebensräumen und Ökosystemen. Seine zweifache Wahl zum Vogel des Jahres unterstreicht die Notwendigkeit, seine seltenen Bestände zu schützen und zu erhalten.

Wir können stolz darauf sein, dass "unser Vogel" so viel internationales Interesse geweckt hat. Dies verdeutlicht, dass der Schutz bedrohter Arten ein globales Anliegen ist. Es kann für alle Menschen Anreiz sein, um das eigene Bewusstsein für den Schutz der natürlichen Umwelt zu erhöhen und Maßnahmen zu ergreifen, um eine nachhaltige Zukunft für bedrohte Arten wie den Wiedehopf zu gewährleisten.

Wir danken allen Lesern für ihre Zuschriften und die wertvollen Informationen, die sie mit uns geteilt haben. Zusammen können die Menschen dazu beitragen, dass die einzigartige Schönheit des Wiedehopfes bewahrt wird - als Symbol für den Schutz der Natur und als Erbe, das wir für zukünftige Generationen erhalten sollten.

Hinweis: Um einen Überblick über die aktuelle Population zu bekommen, ist es hilfreich, wenn Sichtungen auch weiterhin dem NABU mitgeteilt werden: "Wir freuen uns auf jeden Fall, von hiesigen Beobachtungen unter info@NABU-wf.de zu erfahren."


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