Winterzeit bringt steigende Arbeitslosigkeit in der Region

von Bernd Dukiewitz


Gerald Witt von der Agentur für Arbeit ist sich sicher, dass die Flaute mit dem Winter zusammenhängt. Foto: Frederick Becker
Gerald Witt von der Agentur für Arbeit ist sich sicher, dass die Flaute mit dem Winter zusammenhängt. Foto: Frederick Becker | Foto: Frederick Becker

Helmstedt/Gifhorn/Wolfsburg. Im Januar stieg die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Helmstedt saisonal bedingt an. Die Arbeitslosenzahl ist im Januar um 488 Personen beziehungsweise 4,4 Prozent auf 11.547 Personen gestiegen.


Im Vergleich zum Januar 2016 waren es 424 beziehungsweise 3,8 Prozent mehr Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,5 Prozent. Zum Vorjahreszeitpunkt lag sie bei 5,3 Prozent.

„Die steigenden Arbeitslosenzahlen zum Jahresbeginn haben größtenteils saisonale Ursachen. Sie sind auf die witterungsabhängigen Branchen zurückzuführen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist aber im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt geringer ausgefallen. Im Januar 2016 verzeichneten wir einen Anstieg um 7,5 Prozent, in diesem Monat waren es nur 4,4 Prozent. Das zeigt uns, dass die Unternehmen verstärkt versuchen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch bei saisonbedingten geringen Auftragsvolumen, zu halten“, erläutert Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit Helmstedt.

Wer Arbeit sucht, findet viele offene Stellen vor


Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Qualifizierungen oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen, lag im Januar insgesamt bei 14.169 Personen, das waren 1.122 oder 8,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Entwicklung in den Rechtskreisen verlief im Januar unterschiedlich. Wohingegen der SGB III Bereich in diesem Monat anstieg, sank der SGB II Bereich. Die Hauptursache hierfür liegt, neben dem saisonal bedingten Anstieg im SGB III in einer gesetzlichen Änderung, die zu Beginn des Jahres in Kraft getreten ist. Ab Januar 2017 ist die Agentur für Arbeit (Bereich SGB III) für die vermittlerische Betreuung von Menschen zuständig sein, die bisher aufstockende Leistungen der Grundsicherung zusätzlich zum Arbeitslosengeld I von den Jobcentern (Bereich SGBII) bezogen haben. Das sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Helmstedt rund 300 Personen. Sie werden jetzt von den Agenturen betreut, wohingegen vorher die Jobcenter für sie zuständig waren.

Wer Arbeit sucht, trifft weiterhin auf ein hohes, wenngleich auch rückläufiges,
Niveau an offenen Stellen. Der Stellenbestand im Agenturbezirk liegt mit 2.955 offenen Stellen 224 oder 7,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Arbeitsagentur und den angeschlossenen Jobcentern wurden im Januar 615 neue Stellen gemeldet. Das sind 41 oder 6,3 Prozent weniger als im Vorjahressmonat.