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„Aufholen nach Corona“: Neue Angebote für Familien im Landkreis Wolfenbüttel



„Aufholen nach Corona“: Landkreis mit neuen Angebote für Familien

Bei den neuen Familien-Treffen können sich Eltern nun wieder begegnen, austauschen, neue Kontakte zu anderen Familien in ähnlichen Lebenssituationen aufbauen und sich auch gegenseitig unterstützen.

Symbolbild
Symbolbild Foto: pixabay

Landkreis Wolfenbüttel. Die Fachstelle Frühe Hilfen des Landkreises Wolfenbüttel hat gemeinsam mit der Evangelischen Familien-Bildungsstätte (EFB) im Rahmen der Fördermaßnahme „Aufholen nach Corona“ austauschfördernde Angebote für Familien mit Kindern von null bis drei Jahren entwickelt. Wie die Kreisverwaltung am Mittwoch berichtet, gibt es ab Mitte März bis Dezember 2022 verschiedene kostenfreie Angebote, aktuell in Sickte, Schladen, Evessen und Wolfenbüttel.



In Schladen und Sickte werden zukünftig offene Familientreffen an einem Wochenende im Monat angeboten. In der Kindertagesstätte in Evessen gibt es ein solches Treffen alle zwei Wochen. In der EFB findet ein wöchentlicher Freitagsnachmittagstreff statt.

Bei den neuen Familien-Treffen können sich Eltern nun wieder begegnen, austauschen, neue Kontakte zu anderen Familien in ähnlichen Lebenssituationen aufbauen und sich auch gegenseitig unterstützen. Für die Babys und Kleinkinder werden bei den offenen Familientreffen Spiel- und Bewegungsangebote gemacht, die ihre Erfahrungs- und Kontaktmöglichkeiten untereinander erweitern und in vielfältiger Weise stärken.



Die Treffen werden von professionellen Kursleitungen durchgeführt und von der Fachstelle Frühe Hilfen mit Informationsmaterialien für Eltern unterstützt. So können diese Angebote pandemiebedingte Belastungen und Einschränkungen nachhaltig reduzieren und bei Bedarf Türöffner zu weiteren Hilfen sein. Eine Anmeldung ist jeweils erforderlich unter www.efb-wf.de oder telefonisch in der Evangelischen Familien-Bildungsstätte unter 05331 802 450.


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Corona-Pandemie wirkt bei Eltern und Kindern nach


Durch die lange und anstrengende Corona-Pandemie sind bei jungen Eltern die Sorgen um die Gesundheit der Familie hoch. Hinzu kommen Zukunftsängste. Je länger die Zeit zu Hause abgeschottet vom Umfeld verbracht wurde, desto häufiger gab es auch das Gefühl des Alleinseins und Unsicherheit im Umgang mit dem Baby. Die Schwangerschaft wurde oft schon in häuslicher Isolation verbracht. In der frühen Phase mit Baby waren Besuche seltener und Eltern-Kind-Gruppen zeitweise nur online möglich. Dadurch fehlte oft auch die emotionale Unterstützung und verstärkte die Unsicherheit in der neuen Elternrolle.

In zahlreichen Beratungen, Rückmeldungen von Familien und Austausch mit Netzwerkpartnern ist deutlich geworden, wie stark die kontaktbeschränkenden Corona-Maßnahmen die Familien in Zeiten von Schwangerschaft und ersten Lebensjahren beeinträchtigt haben. Wie dies von Müttern und Vätern sehr junger Kinder im Alter von null bis drei Jahren erlebt wurde, ist je nach Familie unterschiedlich: Durch geringes Familieneinkommen und beengte Wohnverhältnissen wird das Belastungsempfinden und der Stress erhöht. Aufkommende Partnerkonflikte tragen zum Teil zusätzlich dazu bei, den Stress- und Unsicherheitsfaktor zu erhöhen. Ebenso zeigt sich, dass die Kinder in ihren ersten Lebensjahren sehr viel weniger Erfahrungen im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen sammeln konnten und dies sich möglicherweise auch auf die (Wieder-) Eingewöhnung in Betreuungseinrichtungen auswirkt.


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