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Auftakt zum Übersetzerpool

von Max Förster


Von links. Anne Kurth (Koordinierungsstelle Diakonie), Petra Behrens-Schröter (Beauftragte der Diakonie), Viola Bischoff (dezentrale Betreuung Stadt), Mustafa Eser (Integratiuonsmanagement Stadt), unbekannt, Claudia Pinkert (Koordinatorin für Migration und Teilhabe der Stadt) und Astrid Hunke (Freiwilligenagentur). Foto: Max Förster
Die Stadt Wolfenbüttel, die Diakonie und die Freiwilligenagentur stellen den Übersetzerpool vor. Fotos: Max Förster Foto: Max Förster

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25.09.2015


Wolfenbüttel. Am Donnerstag fand im Ratssaal die Auftaktveranstaltung zum Übersetzerpool für den Landkreis Wolfenbüttel statt. Die Diakonie, die Freiwilligenagentur und die Stadt informierten über die Hintergründe und beantworten Fragen rund um das ehrenamtliche Konzept, dass den Flüchtlingen eine Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht.

Der Landkreis Wolfenbüttel habe derzeit insgesamt 1.027 Flüchtlinge, davon 220 Kinder im Alter zwischen sechs und 18 Jahren. Um Flüchtlinge integrieren zu können, müssen diese in den Bereichen Bildung, Arbeit und Freizeit gestärkt und gefördert werden, so Claudia Pinkert, Koordinatorin für Migration und Teilhabe. Dieser Weg laufe in erster Linie über die Sprache, denn sie sei es, die für alle ein Hürde darstelle. "Der Bereich der Sprache ist sehr wichtig. Hier müssen die Hindernisse überwunden werden." heißt es von Mustafa Eser, von der Abteilung Integrationsmanagement der Stadt Wolfenbüttel.

Was ist der Übersetzerpool?



Claudia Pinkert: Die Potentiale von denjenigen, die schon länger in Deutschland leben, sollen genutzt werden Foto: Max Förster



Wenn die Flüchtlinge in unserem Land ankommen, brauchen sie Hilfe bei den alltäglichsten Dingen. Es müssen Wege erledigt, Termine wahrgenommen und Gespräche geführt werden und das ohne die Sprache zu kennen. Hier kommt der Übersetzerpool ins Spiel. Freiwillige haben die Möglichkeit, sich bei diesem Pool registrieren zu lassen und als Übersetzer für die Flüchtlinge tätig zu werden. "Wir wollen Ehrenamtliche und deren Kenntnisse nutzen, um die gegenseitige Verständigung zu fördern", erklärte Petra Behrens-Schröter, Beauftragte der Diakonie. "Hierbei sollen die Potenziale der hiesigen Flüchtlinge genutzt werden, die schon seit Längerem in Deutschland leben.", so Claudia Pinkert.


Petra Behrens-Schröter: "Wir wollen Ehrenamtliche und deren Kenntnisse nutzen, um die gegenseitige Verständigung zu fördern" Foto: Max Förster



So können folgende Menschen als ehrenamtliche Übersetzer tätig werden: Menschen mit Migrationshintergrund, die neben ihrer Muttersprache über gute Deutschkenntnisse verfügen oder sogar noch eine weitere Fremdsprache können; ausländische Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen; Studierende oder Auszubildende als Übersetzer oder Lehrerinnen und Lehrer aus dem schulischen Kontext in Verbindung mit Schülerpraktika aus dem Bereich der gymnasialen Oberstufe.

Wie funktioniert der Übersetzerpool?



Astrid Hunke: "Sicherheitskriterien haben höchste Priorität" Foto: Max Förster



Über die Koordinierungsstelle der Diakonie können sich Freiwillige, die ehrenamtlich übersetzen wollen, registrieren lassen. Je nachdem, für welchen Zweck eine Übersetzung gebraucht wird, wie etwa in Krankenhäusern, Ämtern, Schulen oder bei Arzt- oder Behördenbesuchen, wird dann innerhalb des Pools nachgeschaut, welche Übersetzerin oder welcher Übersetzer dafür geeignet ist, erklärt Petra Behrens-Schröter. Die ehrenamtlichen Übersetzer haben zudem die Möglichkeit, auch Termine abzubrechen oder gar nicht erst anzunehmen, denn die "Sicherheitskriterien haben höchste Priorität", so Astrid Hunke von der Freiwilligenagentur. Mit der Aufnahme des Ehrenamtes bei der Diakonie haben die Übersetzer zudem eine Verschwiegenheitspflicht und sind dazu angehalten, stets neutral zu bleiben. Denn es geht rein um das mündliche Übersetzer, nicht mehr und nicht weniger, betont die Beauftragte der Diakonie. Pro Einsatz erhalten die Übersetzer eine pauschale Aufwandsentschädigung von zwölf Euro. Um die ehrenamtlichen Übersetzer auf ihre Arbeit vorzubereiten, bietet die Diakonie auch Schulungen an. Hier können wichtige Erfahrungswerte im Umgang mit Religion und der richtigen Verständigung gesammelt werden.

Alle an einem Strang



Mustafa Eser: "Ich bin dankbar, dass die Diakonie mit der Freiwilligenagentur und dem Landkreis so gut zusammenarbeitet." Foto: Max Förster



Mustafa Eser, von der Abteilung Integrationsmanagement der Stadt Wolfenbüttel, zeigte seine Dank für die gemeinsame Arbeit. "Ich bin dankbar, dass die Diakonie mit der Freiwilligenagentur und dem Landkreis so gut zusammenarbeitet." Die Freiwilligenagentur beispielsweise macht es durch ihre Börse "Freinet" möglich, den Zugang zum Übersetzerpool zu erleichtern, erklärt Lina Schönfeld von der Diakonie, die den Übersetzerpool mit aufgebaut hat. Auf diesem Server kann die Freiwilligenagentur nach gewissen Kriterien, wie Geschlecht, Führerschein, Sprache und dergleichen filtern und somit eine passende Auswahl eines Übersetzers beschleunigen.

Wer Interesse daran hat, als ehrenamtlicher Übersetzer tätig zu werden, kann sich unter der Telefonnummer 05331 99699-0 direkt bei der Koordinierungsstelle melden. Weitere Informationen sind hier erhältlich.


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