Azubi mit 28, na und?

Die Initiative „Zukunftsstarter“ unterstützt junge Erwachsene dabei, einen Berufsabschluss nachzuholen.

Katja Karl, Thorge Berkhausen und Carina Vahldieck.
Katja Karl, Thorge Berkhausen und Carina Vahldieck. Foto: Freydank / Arbeitsagentur

Region. Im März 2022 waren im Bereich der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar insgesamt 18.579 Menschen arbeitslos gemeldet. Davon sind 10.878 (58,8 Prozent) ohne Berufsausbildung. Die Initiative „Zukunftsstarter“ unterstützt junge Erwachsene dabei, einen Berufsabschluss nachzuholen. Einer von ihnen, der diese zweite Chance genutzt hat, ist Thorge Berkhausen. Über ihn berichtet die Agentur für Arbeit in einem Pressetext.


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Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt von Millionen von Menschen durcheinandergebracht. Doch genau diese Auswirkungen haben Thorge Berkhausen den Anstoß gegeben, seine beruflichen Ziele zu überdenken. „Ich war Restaurantleiter bei einer Pizzakette und schon länger unzufrieden. Die Zeit in der Kurzarbeit habe ich genutzt, um berufliche Veränderungen anzugehen“, erinnert er sich. „Ich habe zwar eine Berufsausbildung zur Fachkraft in der Systemgastronomie mit Anfang 20 begonnen, musste diese jedoch im dritten Lehrjahr abbrechen, da mein Ausbilder das Unternehmen verließ“, blickt der heute 28-Jährige zurück. Das Unternehmen bot ihm, auch ohne Abschluss, eine Stelle als Restaurantleiter an. „Doch jetzt suchte ich eine berufliche Perspektive mit einer zukunftsfesten Grundlage.“

Viel zu viele Informationen


Also startete er seine Recherche im Internet. „Es ist fast unmöglich, die Fülle an Online-Informationen selbst zu strukturieren. Insbesondere, wenn man am Anfang der Überlegungen steht.“ Kurzerhand hat er einen Termin bei der Agentur für Arbeit vereinbart und ist in der Videoberatung von Carina Vahldieck gelandet. Sie ist Berufsberaterin bei der Braunschweiger Arbeitsagentur und berät unter anderem Beschäftigte, die sich beruflich weiterbilden oder orientieren möchten: „Viele Menschen haben sich während der Kurzarbeit über ihre Anstellung und ihren Beruf Gedanken gemacht. Die Arbeitswelt verändert sich und viele Jobs von heute wird es morgen nicht mehr geben. Um in der neuen Welt mithalten zu können, müssen wir wieder pauken. Man muss in sich selbst investieren, um Geld zu verdienen.“

Doch weiterhin stand die Frage im Raum, was es denn für ein Beruf werden soll? Auch darauf hatte die Beraterin eine Antwort: Das Online-Erkundungstool NewPlan. „Ich habe den Selbsterkundungstest durchlaufen und am Ende kristallisierte sich der kaufmännische Bereich heraus. Nachdem ich mich über die einzelnen Berufe informiert hatte, habe ich meinen Traumjob gefunden: Veranstaltungskaufmann.“ Nun galt es, das Ziel zu realisieren. Das sollte im Rahmen einer Umschulung geschehen, einer verkürzten Berufsausbildung für Erwachsene, die von der Agentur für Arbeit gefördert werden kann.

Zweifel wurden ausgeräumt


Über eine Bekannte ist seine Bewerbung bei Katja Karl gelandet. Sie ist Geschäftsführerin der Event-Agentur FAIRWORX. „Zugeben, anfangs hatte ich etwas Zweifel. Wie kann die Berufsausbildung in Zeiten von Corona in der Eventbranche funktionieren? Heute kann ich sagen, dass es genau die richtige Entscheidung war. Ich bin froh, einen älteren Azubi zu haben. Sie haben oft mehr Lebenserfahrung, meist in einigen Berufen gejobbt und vielseitige Erfahrungen in Betrieben gesammelt. Thorge passt super in unser Team: Mitdenken, Weitsicht und Anpacken. Diese Eigenschaften bringt er mit, damit wir alle gemeinsam unsere Veranstaltungen mit den Wow-Momenten erschaffen.“ Beide sind sich einig: Das war eine gute Entscheidung.

Weitere Informationen für Interessierte und Arbeitgeber unter https://www.arbeitsagentur.de/zukunftsstarter.


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