Wolfenbüttel. Agroforst – Bäume auf landwirtschaftlichen Flächen pflanzen – das ist nicht nur eine Maßnahme zum Klimaschutz, sondern kann sich auch direkt auszahlen. Im Landkreis Wolfenbüttel seien die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen derzeit besonders attraktiv. Darauf verweist die Verwaltung jetzt in einer Pressemitteilung.
Mit rund 30 Teilnehmern stieß die Online-Veranstaltung „Agroforst kalkuliert – wie rechnet sich die Fläche?“ zuletzt auf großes Interesse. Landwirte, Berater, Forschung und Verbände aus dem Landkreis informierten sich über konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Fördermöglichkeiten und Praxiszahlen aus bestehenden Agroforstsystemen.
Attraktive Rahmenbedingungen
Deutlich wurde: Die Rahmenbedingungen sind aktuell besonders attraktiv. Im Landkreis stehen 30 vollständig geförderte Beratungen sowie 15 Planungen bereit. Zusätzlich unterstützt der Zukunftsfonds Asse Beratung und Planung, aber auch Pflanzung und Pflege mit insgesamt 900.000 Euro (80 bis 90 Prozent Förderung). Die Öko-Regelung 3 als GAP-Direktzahlung für Agroforstsysteme beträgt aktuell 600 Euro pro Hektar und Jahr.
Langfristige Investition
Praxisbeispiele zeigten, dass Agroforst keine kurzfristige Renditeerwartung, sondern eine langfristige Investition in Stabilität und Risikominimierung ist. In einem konkreten Pappel-Beispiel im eigenen Landkreis mit 6 Prozent Gehölzanteil auf 10,4 Hektar reduzierte sich der Gesamt-Deckungsbeitrag rechnerisch lediglich um rund fünf Euro pro Hektar – bei gleichzeitigem Aufbau einer regionalen Energieholzquelle.
Auch die Perspektive regionaler Wärmenetze wurde diskutiert: Ein Rechenbeispiel zeigte, dass ein Dorf mit 500 Einwohnern etwa 900 Tonnen Trockenmasse pro Jahr benötigt – ein Potenzial, das über kooperative Modelle zwischen Landwirtschaft, Kommunen und Unternehmen erschlossen werden kann.
Das Projekt ‘Klimalandschaft Wolfenbüttel’ stellt alle Informationen gebündelt im neuen Webbereich „Für Landwirte“ auf der Webseite zur Verfügung. Interessierte Betriebe können sich individuell unverbindlich beraten lassen. Die nächste Station wird nun das Klimalandschafts-Forum 3 sein, das am 25. Juni zu Gast ist im Fokusgebiet ‘Oderwald’, um mit landkreisweiten Akteuren aus Landwirtschaft, Kommunen, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Wirtschaft und Zivilgesellschaft weiterzuarbeiten: an Lösungen für Wasserrückhalt, Bodenschutz, Biodiversität und neue regionale Wertschöpfung. Auch dazu sind Anmeldungen bereits willkommen (hier kann man sich anmelden).

