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Braunschweiger Einzelhandel streikt im Vorfeld der nächsten Tarifrunde

von Niklas Eppert


Die Gewerkschaft ver.di hatte für diesen Freitag zu Streiks aufgerufen. Foto: Ver.di
Die Gewerkschaft ver.di hatte für diesen Freitag zu Streiks aufgerufen. Foto: Ver.di

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07.06.2019

Braunschweig. Im Vorfeld der Tarifgespräche im Einzelhandel hatte die Gewerkschaft Ver.di zu Streiks aufgerufen. Die erste Kundgebung fand heute auf dem Braunschweiger Kohlmarkt statt.


"Seriöse Unternehmen halten ihre Tarifverträge ein!", sagt Sabine Gatz, die Fachbereichsleiterin für den Einzelhandel in Niedersachsen und Bremen der Gewerkschaft Ver.di im Vorfeld der heutigen Kundgebung auf dem Braunschweiger Kohlmarkt. Sie bezieht sich mit dieser Aussage auf die kommenden Tarifrunden im Einzelhandel für Niedersachen und Bremen, die im Laufe dieses Monats stattfinden sollen. Die Gewerkschaft hatte zu den Streiks aufgerufen, weil in der ersten Runde der Verhandlungen kein zufriedenstellendes Ergebnis für die Arbeitnehmer zustande gekommen sei. Die Arbeitgeberseite hätte nicht einmal ein Angebot vorgelegt, so Verhandlungsführerin Gatz. Unter den Streikenden befanden sich allerdings nicht nur die Mitarbeiter tarifgebundener Handelshäuser, wie etwa die Belegschaft von Ikea, sondern auch Angestellte von Karstadt Sport und Kaufhof. Sie streikten, weil ihre Arbeitgeber, entgegen anderer Versprechen des Mutterkonzerns der Handelsketten, der Signa Gruppe, nicht im April 2021 in die flächendeckende Tarifbindung zurückkehren würden. Dazu sagte Gatz: "Es geht hier um Gehaltsunterschiede von über 13 Prozent für die gleiche Arbeit!" Den Zeitpunkt vor Pfingsten hätten die Streikenden ganz bewusst ausgewählt. Durch das bevorstehende Wochenende und die anschließenden Feiertage, sei man sich der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bewusst, so Gatz. Immerhin sei gerade Ikea am Wochenende besonders stark frequentiert.

Andere Situation in anderen Bundesländern


Zu den Forderungen der Ver.di gehören neben einer Vorteilsregelung für Mitglieder der Gewerkschaft in Niedersachsen auch ein Mindesteinkommen im Einzelhandel von 2.100 Euro brutto. "Das wäre ein Gehaltssteigerung von zum Teil 40 Prozent. Man braucht kein Volkswirt sein, um sehen, dass wir da nicht übereinkommen.", sagt Mark-Alexander Krack, der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Harz-Heide. Überhaupt habe man wenig Genaues von der Gewerkschaftsseite bekommen. Krack zu Folge hätte die Ver.di zwar die Forderung nach einer Vorteilsregelung für ihre Mitglieder vorgebracht, hätte sie auf Nachfrage der Gegenseite jedoch nicht weiter konkretisieren können, zumal solch eine Regelung exklusiv für Niedersachsen wäre und damit bundesweit einzigartig. Zu dem Vorwurf, dass man in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt habe, antwortet Krack, dass in anderen Bundesländern zwar schon Angebote vorlägen, man dort aber auch schon in der zweiten oder dritten Verhandlungsrunde angekommen sei. In den nächsten Runden werde man schon ein Angebot für die Gewerkschaften haben. Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands zeigte sich in Hinblick auf die weiteren Verhandlung jedoch zuversichtlich. Wenn die Forderung nach dem Mindesteinkommen fallen würde, werde man eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösungen finden, betonte Krack.


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