Deutscher Wetterdienst sucht neuen Pflanzenbeobachter

Der bisherige Beobachter hat sein Ehrenamt aufgegeben. Nun sucht der DWD einen Nachfolger.

Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Pixabay

Wolfenbüttel. Wie entwickelt sich das Wetter? Um verlässliche Vorhersagen treffen zu können, ist der Deutsche Wetterdienst (DWD) auch auf seine ehrenamtlichen Beobachter angewiesen. Einer davon war über fast sieben Jahrzehnte Herbert Wendt. Nun hat er sein Ehrenamt als phänologischer Beobachter aufgegeben. Gesucht wird nun eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger. Dies teilte die Stadt in einer Pressemitteilung mit.



Seit 1954 beobachtete Wendt im Auftrag des DWD den Zusammenhang der Entwicklungsphasen der Vegetation mit der Witterung. Für den DWD gibt es nämlich viel mehr als nur vier Jahreszeiten. Statt des simplen Frühlings gibt es zum Beispiel einen Vorfrühling, den Erstfrühling und einen Vollfrühling. Das phänologische Grundnetz des DWD wird von ehrenamtlichen Pflanzenbeobachtern getragen. Es seien Idealisten und Naturliebhaber, die während der gesamten Vegetationsperiode die gefragten Daten der Pflanzenentwicklung notieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

DWD unterstützt bei der Aufgabe


Ein Teil der Ehrenamtlichen ist für diese Aufgabe bereits beruflich prädestiniert, zum Beispiel als Landwirt, Gärtner, Biologe, Pflanzenschutzberater, Biologielehrer oder Forstbediensteter. Andere Beobachter arbeiten sich engagiert in die für sie neue schwierige Materie ein. Allen gemeinsam ist das Interesse am Umweltgeschehen und das Wissen um die heimische Flora. Die phänologischen Beobachter werden von Mitarbeitern der Abteilung Agrarmeteorologie telefonisch und schriftlich betreut und erhalten regelmäßig das Phänologie-Journal. Eine persönliche Einweisung der Beobachter durch Bedienstete des DWD erfolgt nicht.

Das richtige Handwerkszeug


Arbeitsgrundlage für die ehrenamtlichen Beobachter ist die ausführliche „Anleitung für die phänologischen Beobachter des Deutschen Wetterdienstes“, in der die Pflanzen sowohl von ihrer Biologie als auch von den Hauptanforderungen an die Umwelt, den Boden und die Kultur beschrieben werden. Jede Pflanze ist durch ein Habitus-Foto und jede Phase durch eine Aufnahme des jeweiligen Entwicklungsstadiums dargestellt. Diese Anleitung wird ebenso wie der „Farbatlas Obstsorten“ (Ulmer-Verlag) sowie weiteres Informationsmaterial zur Phänologie kostenlos zur Verfügung gestellt und verbleibt auch nach Beendigung der Tätigkeit beim Beobachter.

Für die Erhebung der Beobachtungsdaten bekommen die ehrenamtlichen phänologischen Beobachterinnen und Beobachter eine jährliche Aufwandsentschädigung von anfänglich 250 Euro (Teilnehmer am Sofortmelderprogramm erhalten einen Aufschlag).

Das phänologische Beobachtungsnetz sei kein statisches Gebilde, sondern ganz normalen Fluktuationen unterworfen. Es seien daher auch laufend phänologische Beobachtungsstellen wieder zu besetzen. Das erklärte Ziel des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sei, lange Beobachtungsreihen fortzuführen, denn gerade die langen Beobachtungsreihen seien so aussagekräftig für die Wissenschaft. Dort, wo es die Netzstruktur erfordere, würden manchmal auch neue Reihen eröffnet.


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