"Die Gefahr kommt immer näher" - Ein Zeichen für Europa gesetzt

von Alexander Dontscheff


Zum Ende der Veranstaltung wurde die Friedensfahne ausgerollt. Fotos: Alexander Dontscheff
Zum Ende der Veranstaltung wurde die Friedensfahne ausgerollt. Fotos: Alexander Dontscheff Foto: Dontscheff

Wolfenbüttel. Am heutigen Samstagvormittag wurde in der Wolfenbütteler Innenstadt ein Zeichen für ein freiheitliches und demokratisches Europa gesetzt. Dabei kooperierte die Organisation Pulse of Europe mit der Stadt Wolfenbüttel. Neben einem abwechslungsreichen Programm hielten Bürgermeister Thomas Pink und Journalist Armin Maus nachdrückliche Reden.


Die Veranstaltung unter dem Motto "Zeichen setzen für die Zukunft Europas" stand ganz im Zeichen der anstehenden Europawahl am 26. Mai. "Alle weisen auf die Wichtigkeit dieser Wahl hin", betonte Thomas Pink und schloss sich dem an: "Es geht darum, Europa in der jetzigen Form zu erhalten und nationale, rechtspopulistische Kräfte auszubremsen!". Pink erinnerte an die Errungenschaften des europäischen Gedankens wie den anhaltenden Frieden in Kerneuropa, die gemeinsame Wirtschaftsunion und offene Grenzen. Diese Errungenschaften stünden nun auf dem Spiel.

Man müsse jeden Tag für die Demokratie und die Freiheit kämpfen. Rechtsextreme würden die europäische Stabilität gefährden. Diese wollten zurück in die Zeiten des "Klein Klein" und zur Ausgrenzung von Menschen. Die bösen Geister der Vergangenheit seien wieder erwacht. Bezug nehmend auf den Tag der Pressefreiheit am gestrigen Freitag, mahnte Pink: "Die Gefahr kommt immer näher!".Die Pressefreiheit sei nicht nur in Ländern wie Polen oder Ungarn in Gefahr. Auch in Österreich habe die rechtspopulistische mitregierende FPÖ versucht, einen kritischen Fernsehredakteur mundtot zu machen.

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Thomas Pink mahnte, jeden Tag für Demokratie und Freiheit zu kämpfen. Foto: Dontscheff



Durchaus europakritische Töne gab es von Gastredner Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung. Der Abstand zu den Menschen vor Ort sei zu groß geworden. Die EU wirke selbstherrlich und greife zu sehr in die kleinen Dinge des Alltags ein. "Die Bürokratie hat sich über die Demokratie erhoben", so Maus. Auch die Präsenz der Europa-Abgeordneten in unserer Region sei katastrophal. "Europa ist hier nicht spürbar genug", so seine Mahnung.

"In einer globalisierten Welt helfen nicht die Ideen des 19. Jahrhunderts"


Diese Probleme müsse man klar benennen, dennoch gebe es zu einem vereinten Europa keine Alternative. Diejenigen, die die Uhr zurückdrehen wollten, solle man fragen, was wäre aus Deutschland geworden, wenn es 2008 in der Finanzkrise alleine mit der D-Mark dagestanden hätte? Wie sollte Deutschland heute alleine in einer Welt bestehen, die von der aggressiven Politik der USA und Russlands geprägt wird? "In einer modernen, globalisierten Welt helfen nicht die Ideen des 19. Jahrhunderts", so Maus.

Zudem kritisierte er, dass die Errungenschaften der EU häufig zu selten gewürdigt werden - etwa die Abschaffung der Roaming-Gebühren. Auf der anderen Seite würde Europa häufig als Sündenbock für hausgemachte Probleme herangezogen - Beispiel Dieselfahrverbot. Auch die vielzitierte Normgurke sei keine Erfindung der EU, sondern gehe auf Wünsche auch der deutschen Lebensmittelindustrie zurück. Maus kam zu dem Fazit: "Es muss mit Europa weiter gehen, aber es muss verbessert werden!"

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Armin Maus schlug auch europakritische Töne an. Foto: Dontscheff



Auf dem Programm standen außerdem musikalische Unterhaltung, ein Poetry Slam und ein offenes Mikro,an dem sich jeder Anwesende der wollte zum Thema äußern konnte. Bei einem Flashmob wurde kurzzeitig zu einem Tänzchen gebeten. Und zum Abschluss wurde die Friedensfahne, auf der man sich auch am heutigen Samstag verewigen konnte, ausgerollt.

Weitere Fotos von der Veranstaltung:


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