Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus Hannover brechen am 19. Dezember vom südafrikanischen Kapstadt zu einer Expedition in die Antarktis auf.
[image=5e1764c3785549ede64ccde8]Ziel der Forschungsreise ist es, Informationen über die Strukturen und die Gesteinsarten unter dem Eis zu erhalten und zu erkunden, wo sich die bisher unbekannte Nahtstelle befindet, an der vor 600 Millionen Jahren zwei kontinentale Blöcke kollidiert seien und den Superkontinent Gondwana gebildet haben sollen.
Zudem suchen die Wissenschaftler Spuren, mit denen sich der Zerfall Gondwanas, zu dem die Antarktis vor etwa 180 Millionen Jahren gehöree, zurückverfolgen lässt. Auch die regionale Entwicklung der Landschaft seit diesem Zeitpunkt steht im Mittelpunkt der Untersuchungen.
Das Zielgebiet der Expedition GEA II (Geodynamic Evolution of East Antarctica) ist Soer Rondane, nahe der belgischen Antarktisstation „Princess Elisabeth“ im östlichen Dronning Maud Land. Das Projekt ist in zwei Teile gegliedert. Zuerst erfolgt ein geologisch-bodengeophysikalischer Teil mit Helikopterunterstützung. „Dabei werden von der Station aus Gesteinsaufschlüsse aufgesucht, Proben genommen und strukturgeologische Messungen durchgeführt“, sagt Dr. Detlef Damaske, Antarktis-Experte der BGR. Für den zweiten Teil im Januar ist eine Befliegung mit dem vollständig mit geophysikalischen Messinstrumenten ausgerüsteten Forschungsflugzeug „Polar 6“ des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) Bremerhaven geplant.
Neben drei BGR-Experten sind Wissenschaftler des AWI sowie der Universitäten Bremen, Bergen (Norwegen) und Gent (Belgien) an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt. Die Logistik wird unter anderem vom belgischen Antarktisprogramm BELARE bereitgestellt.
Bereits in der Antarktissaison 2010/11 haben Experten der BGR mit Fachleuten der Projektpartner im Rahmen der Expedition GEA I konzentrierte geologische und geophysikalische Untersuchungen bei Soer Rondane durchgeführt. Das Team hat damals 80 Gesteinsaufschlüsse besucht, 100 Gesteinsproben genommen sowie 250 strukturgeologische und 163 magnetische Messungen durchgeführt. Die Daten werden derzeit ausgewertet.