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Forschung aus Braunschweig: Langfristige Immunität gegen COVID-19 ist möglich



Forschung aus Braunschweig: Langfristige Immunität gegen COVID-19 ist möglich

An der TU Braunschweig wurde untersucht, wie lange COVID-19 Patienten nach einer überstandenen Infektion immun sind. Erste Ergebnisse lassen hoffen.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Marvin König

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Braunschweig. Wie lange bereits an COVID-19 erkrankte Menschen gegen eine Neuinfektion immun sind, sei entscheidend für den zukünftigen Schutz. Untersuchungen von Corona-Patienten haben gezeigt, dass der Körper einen langanhaltenden Schutz gegen eine erneute Infektion aufbauen kann. Ein Forscherteam der TU Braunschweig habe zusammen mit Partnern des EU-Konsortiums ATAC (Antibody Therapy Against Corona) die Untersuchungsergebnisse zur Immunität gegen das Coronavirus nach einer überstandenen Infektion im medizinischen Journal „Med“ im Verlag Cell Press veröffentlicht. Hierüber informiert die TU Braunschweig in einer Pressemitteilung.



Die Beobachtung der Reaktionen des Immunsystems, sogannente Immunantworten während einer Infektion mit Coronavirus-2 (SARS-CoV-2) kann nützliche Informationen für die Entwicklung von Impfstrategien gegen dieses Virus und seine neuen Varianten liefern. Für die ATAC-Studie wurden dazu 119 Proben von 88 Spendern analysiert. Untersucht wurde das Verhalten der Abwehrzellen im Immunsystem von Patienten aus Italien und Schweden, die zwischen Februar und Oktober 2020 an COVID-19 erkrankt waren.

Immunität könnte lange anhalten


Bei dem größten Teil der Patienten waren acht Monate nach der Erkrankung noch Antikörper im Blut gegen das Virus vorhanden. Weiterhin bildete das Immunsystem auch "Gedächtnis-B-Zellen". Diese erinnern sich an das Virus und sind wichtig für eine effizientere Antikörperantwort auf eine spätere, erneute Infektion. Die Reaktion der Abwehrzellen sei dagegen entscheidend für das Eliminieren von mit dem Virus infizierten Zellen und kann eine weitere Vermehrung der Viren im Körper verhindern. Die Anzahl der Antikörper gegen das Coronavirus im Blut sei über den Untersuchungszeitraum gestiegen. Das lasse den Forschenden zufolge vermuten, dass eine langanhaltende Immunantwort und damit ein Schutz gegen SARS-CoV-2 möglich sei. Für weitergehende Schlussfolgerungen müsste allerdings die Immunantwort der Patienten über mehrere Jahre untersucht werden.


Virusbausteine aus dem Labor


Der Coronavirus SARS-CoV-2 ist aus verschiedenen Proteinen aufgebaut. Die Kenntnis der Protein-Bausteine und ihrer Eigenschaften helfe bei der Produktion dieser Proteine, um sie für Tests in Blutserum einsetzen und die Immunreaktion beurteilen zu können. „Wir hatten bereits im Februar 2020 begonnen, systematisch SARS-CoV-2-Proteine in verschiedenen Systemen zu produzieren. Hier freut es mich, dass das von mir entwickelte Produktionssystem in Insektenzellen sich für diese viralen Proteine als am besten geeignet erwiesen hat und wir damit sehr schnell und umfangreich Patientenserum testen konnten“, sagt Dr. Maren Schubert aus der Abteilung Biotechnologie der TU Braunschweig.

„Die Produktion der SARS-CoV-2-Proteine war nicht nur für dieses Projekt essenziell, sondern auch für die Entwicklung von Wirkstoffen, insbesondere unserer rekombinanten Antikörper zur Therapie von COVID-19-Erkrankten,“ ergänzt der beteiligte Wissenschaftler Dr. Federico Bertoglio mit Blick auf die Entwicklung des menschlichen Antikörpers COR-101 in Braunschweig. Der Antikörper gilt als vielversprechende Grundlage für eine Medikamentenentwicklung.

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