Franz-Löhr-Sottmar-Stiftung: Wechsel im Vorstand


Christian Linne, der neue Vorstandsvorsitzende Albert Isensee und sein Vorgänger im Ehenamt, Wilfried Linne (v. li.). Foto: Stiftung
Christian Linne, der neue Vorstandsvorsitzende Albert Isensee und sein Vorgänger im Ehenamt, Wilfried Linne (v. li.). Foto: Stiftung

Wolfenbüttel. Vor 60 Jahren wurde das Alters-Wohnheim der Franz-Löhr-Sottmar-Stiftung im Kalten Tal 34 eröffnet. Mehr als 30 Jahre begleitete Wilfried Linne das Haus als Vorstand, 25 Jahre sogar als Vorsitzender. Jetzt trat er aus Altersgründen von diesem Ehrenamt zurück.


Nicht ohne jedoch für einen Nachfolger gesorgt zu haben: Er konnte seinen Sohn Christian für die Arbeit in der Stiftung begeistern. Zum neuen Vorsitzenden wurde Albert Isensee gewählt.

Heim für Landwirte


Es ist ein kleines, aber feines Haus – persönliche Betreuung wie in einer Familie inklusive: Das Alters-Wohnheim der Franz-Löhr-Sottmar-Stiftung im Kalten Tal 34 in Wolfenbüttel. Sechs Zimmer stehen für Bewohner zur Verfügung, aktuell sind drei davon frei. Das Haus ist kein Pflegeheim, vielmehr soll es, so der Stiftungszweck, vorrangig bedürftige Landwirte, die im Kreis Wolfenbüttel einen landwirtschaftlichen Betrieb mindestens 15 Jahre lang besessen, gepachtet oder als landwirtschaftliche Beamte geleitet haben und älter als 60 Jahre sind, unterstützen und ihnen einen Altersruhesitz in einer Gemeinschaft und in familiärer Atmosphäre anbieten.

Der Stifter Franz Löhr, geboren am 18. Oktober 1877, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Sottmar. Er überlebte beide Weltkriege und war nach Ende des ZweitenWeltkrieges zeitweise im Rat von Sottmar tätig. Er war gelernter Landwirt und leidenschaftlicher Jäger und führte bis zu seinem Tode den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters, den er als einziger Sohn von seinem Vater übernommen hatte. Franz Löhr ist am 25. April 1955 in seinem Geburts- und Heimatort Sottmar unverheiratet verstorben, ohne Erben zu hinterlassen. Aus diesem Grund sollte sein gesamtes Vermögen durch Errichtung einer Stiftung gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden. Nach dem Willen des Gründers sollte das gesamte Vermögen zur Errichtung eines Altersheimes verwendet werden.

Frauen mittlerweile zugelassen


Frauen durften laut Testament des überzeugten Junggesellen damals übrigens nicht aufgenommen werden. Die Satzung der Franz-Löhr-Sottmar-Stiftung wurde am 22. November 1955 mit ihrer notariellen Beurkundung rechtswirksam, allerdings unter klarstellenden Erläuterungen hinsichtlich des Ausschlusses von Frauen sowie der Aufnahme auch von Nicht-Landwirten. Mittlerweile gestattet die Satzung auch, dass Frauen in das Altersheim einziehen. Wichtig zu wissen: Auch Nicht-Landwirte können hier einziehen, allerdings nur, wenn sie dafür bezahlen. Aktuell fallen Kosten in Höhe von 800 Euro an.

Entsprechend des letzten Willens des Stifters wurde das Nachlassvermögen zum Bau eines Altenheimes Im Kalten Tale in Wolfenbüttel und von zwei Mehrfamilienhäusern in der Wolfenbütteler Wullenweberstraße, verwandt. Später kam weiteres, bedeutsames Vermögen durch das Vermächtnis von Antonie Meyerhof, geborene Wasmus, verstorben am 18. Mai 1967, hinzu.


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