Geschafft: 19 Absolventen in Neuerkerode feiern ihren Abschluss


Das Gruppenfoto der Abschlussklasse HEP 40. Foto: Evangelische Stiftung Neuerkerode
Das Gruppenfoto der Abschlussklasse HEP 40. Foto: Evangelische Stiftung Neuerkerode

Wolfenbüttel. Für Malte Maginski ist ein Traum in Erfüllung gegangen, berichtet die Evangelische Stiftung Neuerkerode. Schon in Kürze tritt er seinen Job in der Kinder- und Jugendgruppe Querum in Braunschweig an. Er ist einer von 19 Absolventen der Fachschule Heilerziehungspflege Neuerkerode, die ihren Abschluss feierten.


Weil er sich während seiner Ausbildung an der Fachschule Heilerziehungspflege Neuerkerode erfolgreich für ein Stipendium beworben hatte, belohnt ihn die Unternehmensgruppe mit einer unbefristeten Stelle und regelmäßigen Fortbildungen. Der 24-Jährige war einer von 19 glücklichen Absolventen, die am 15. Juni 2018 in der Eulenspiegelhalle Schöppenstedt ihre Urkunde entgegennahmen.

„Ich wollte schon immer mit Kindern und Jugendlichen arbeiten“, erzählte der Wolfsburger glücklich. Während seiner dreijährigen Ausbildung zum Heilerziehungspfleger habe er viele Erfahrungen gesammelt. „Ich hatte mich vorher an mehreren Schulen beworben. Aber als ich hier die Zusage bekam, war ich sehr froh“, berichtete er. Keine andere Schule hätte ihm solche Bedingungen bieten können, sagte der Absolvent. Mit dem inklusiven Dorf im Hintergrund könnten die Auszubildenden in Neuerkerode Erfahrungen sammeln, wie es an staatlichen Schulen nicht möglich sei.

Malte Maginski war nur einer von 19 jungen Menschen der HEP 40, die an dem Abend in der Eulenspiegelhalle in Schöppenstedt ausgezeichnet wurden. Zwölf von ihnen werden von der Stiftung nach ihrem erfolgreichen Abschluss übernommen. „Die Quote ist seit Jahren konstant hoch“, erklärte Annegret Jäkel, Leiterin der Fachschule. Wie groß die Verbundenheit zwischen Auszubildenden und Verantwortlichen ist, zeigte sich bei dem Geschehen auf der Bühne. Jeder Dozent wurde von den Absolventen einzeln auf die Bühne gerufen und mit einem kleinen Präsent bedacht.

„Als ich mich früher für einen Beruf entscheiden musste, war es auch kompliziert - aber überschaubar. Heute ist die Vielfalt für junge Menschen viel größer“, sagte Rüdiger Becker, Vorstandsvorsitzender und Direktor der Stiftung. Die Entscheidung für die Heilerziehungspflege, so Becker, sei aber eindeutig die richtige gewesen. Um seine Zukunftsperspektive brauche sich keiner der Absolventen Sorgen machen. Und in dem Beruf arbeite man mit Menschen, die Hilfe dringend nötig haben. Das sei in der Zeit des Nationalsozialismus noch ganz anders gewesen, so Becker. Damals seien Menschen mit geistiger Behinderung einfach umgebracht worden. „Leider gibt es gerade jetzt wieder ähnlich schädliche Strömungen in dieser Gesellschaft“, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Sie, liebe Absolventen, tragen nun mit die Verantwortung darüber, dass Menschen mit Handicap wertgeschätzt und mit Würde behandelt werden“, schloss Becker.


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