Jubiläumskonzert 30 Jahre Jazz-Initiative Wolfenbüttel


Foto: Jazz-Initiative Wolfenbüttel
Foto: Jazz-Initiative Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. Die Jazz-Initiative Wolfenbüttel veranstaltet am 2. Dezember ein Konzert zum 30-jährigen Jubiläum.


Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. karten gibt es Reisebüro DERPART,WF, Altes Tor, Jazzkneipe Bassgeige, BS, Bäckerklint, KOMM, WF, Schweigerstr., Internet: www.jazz-in-wolfenbuettel.de Eintrittspreis 18 Euro/20 Euro. Jugendliche unter 20 Jahren haben freien Eintritt.

Als sich Anfang Dezember 1986 dreizehn am Jazz interessierte Wolfenbütteler im alten Ratskeller am Stadtmarkt trafen, machten sie aus der Not, dieser Musikbranche in der Lessingstadt endlich Gehör zu verschaffen, eine Tugend und riefen die Jazz-Initiative Wolfenbüttel ins Leben. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern gehört Wolfgang Dyck, der von Anfang an im Vorstand war und seit 16 Jahren auch den Vorsitz des Vereins innehat. Als Banjospieler selbst vom Jazz herkommend, gestaltet er seit drei Jahrzehnten das musikalische Programm des Vereins, der mittlerweile 307 Konzerte mit mehr als 170 hochrangigen Jazzbands aus aller Welt veranstaltet hat. Mit dem Konzert zum dreißigsten Jubiläum am Freitag, 2. Dezember, um 20 Uhr im „Komm“ betritt Dyck noch einmal Neuland und stellt mit sieben Musikern, die zu den besten europäischen Jazzinterpreten gehören und in anderen Gruppen spielen, eine Top European Jazzband zusammen, Die musikalische Leitung für dieses Ereignis übernimmt der englische Posaunist Roy Williams.

„Das Spannende ist dabei für mich, dass diese sieben Koryphäen des Jazz nach nur kurzer Probe am Nachmittag abends zusammen spielen, als hätten sie das schon lange gemeinsam getan“, meint Wolfgang Dyck. Dabei setzt er voll auf Können und Erfahrung der einzelnen Musiker und die verbindende Kraft des Jazz. Spaß ist auf jeden Fall angesagt. Für das Publikum kommt dazu das Erlebnis eines einsamen Hörgenusses. Beginnen wir mit Roy Williams. 1937 in Salford/Lancaster geboren, begeisterte ihn mit 15 eine Jazz-Schallplatte von Pete Daly derart, dass er nur noch Posaunespielen lernen wollte. Ein Jahr später spielte er bereits bei den Eric Batty’s Jazz Aces, anderen Bands und wirkte an einer Plattenproduktion mit. Anfang zwanzig ging er nach London und landete bei der berühmten Terry Lightfoot’s Band, mit der er in zahlreichen TV- und Radio-Sendungen auftrat. Ab Mitte der 60-er glänzte er in der Alex Welsh’s Chicago-style Dixieland Band und spielte sich von da an mit den berühmtesten Jazzgrößen an die Spitze der Posaunisten-Elite. Seine makellos melodiöse Technik brachte ihm zwölf mal den British Jazz Award ein.

Zu seinen musikalischen Kollegen des Abends gehören sechs weitere Profis des Jazz. Der 1961 geborene Enrico Tomasso, Sohn eines Klarinettisten aus Leeds, lernte als Kind Louis Armstrong kennen, als dieser sich zu einem zweiwöchigen Konzertengagement im nahe gelegenen Batley aufhielt. Gemeinsam empfingen sein Vater und er auf dem Flugplatz den Star aus Amerika mit dem Basin Street Blues. Nach Enricos Worten war Armstrong so gerührt, dass er dem Jungen wertvolle Tipps für sein Trompetenspiel gab und ihm so den Weg zu einer glanzvollen Trompeter-Karriere eröffnete. Thomas l’Etienne, Spross einer Familie russischer, französischer und deutscher Herkunft, entdeckte früh seine Liebe zur Klarinette und zum Saxophon. Von der traditionellen New-Orleans-Musik fasziniert, reiste er ab 1979 viele Jahre in die Geburtsstadt des Jazz und spielte dort mit den Jazzgrößen dieser Zeit. Heute ist er ein Vertreter des lebenden New-Orleans Jazz, wurde aber auch von der Musik Martiniques und der brasilianischen Choro-Musik nachdrücklich inspiriert.

Die deutsche Bassistin und Sängerin Lindy Huppertsberg spielte Ende der 70-er neben ihrem Studium an der Mainzer Musikhochschule zehn Jahre bei der Frankfurter Barrelhouse Jazzband. Mit ihrem kräftigen, swingenden Bass ist sie in vielen Bands und Projekten gefragt und trat als „Lady Bass“ bereits in über 60 Ländern auf. Der in Bremerhaven geborene Pianist Jan-Hendrik Ehlers entdeckte nach fünf Jahren klassischem Klavierunterricht seine Begeisterung für Jazz und Swing. Nach Abschluss seines Musikstudiums machte er sich selbständig und arbeitet seitdem freiberuflich als Musiker. Schwerpunkt seiner Interpretationen sind Ragtime, Jazz- und Soulklänge. Daneben spielt er Posaune, Trompete, Akkordeon und Tenorbanjo. Ein junger Stern am Jazzhimmel ist der Schlagzeuger Nils Conrad, der schon zweimal mit anderen Besetzungen in Wolfenbüttel war. Seine spektakulären Soli inklusive einer geradezu artistischen Stick-Jonglage bescheren ihm überall stehende Ovationen.Last but not least kam sozusagen in letzter Minute, der brilliante in Köln ansässige Gitarrist Rolf Marx hinzu. Marx ist Dozent für Gitarre an mehreren Musikhochschulen. Wolfenbüttels Jazzfreunde, die auf sich halten, sollten bei diesem fabelhaften Jubiläumskonzert einfach nicht fehlen.


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