Klinikum muss sparen: Stellen bleiben unbesetzt, kostenloses Wasser fällt weg

Die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser in Deutschland ist angespannt – auch das Klinikum Wolfenbüttel bleibt davon nicht verschont.

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Das Klinikum Wolfenbüttel
Das Klinikum Wolfenbüttel | Foto: Anke Donner

Wolfenbüttel. Laut der Roland-Berger-Krankenhausstudie schreiben rund 75 Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland rote Zahlen. Auch in der Region wird die angespannte Lage deutlich: Die Kliniken in Braunschweig und Wolfsburg melden hohe Defizite. Auf Nachfrage von regionalHeute.de hat nun auch das Klinikum Wolfenbüttel Einblick in seine finanzielle Situation gegeben.



Das Defizit im Jahr 2024 belaufe sich auf 4,5 Millionen Euro, für 2025 wird ein Fehlbetrag von rund 5,5 Millionen Euro erwartet. Und das trotz eines hohen Leistungsniveaus, teilt das Klinikum mit. Als Hauptgründe nennt das Klinikum massive Kostensteigerungen, insbesondere im Personal- und Energiebereich. "Auf diese Kostensteigerungen erfolgten jedoch keine adäquaten Erhöhungen der Fallpauschalen seitens der Politik. Wir müssen diese daraus entstandene finanzielle Lücke daher komplett selbst schließen", erklärt Klinikum-Sprecher Marian Hackert.

Kosten senken, Erträge steigern


Um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, habe das Klinikum gemeinsam mit den Mitarbeitern einen rund 100 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog erstellt, der sowohl Maßnahmen zur Kostensenkung als auch Möglichkeiten für Ertragssteigerungen beinhaltet. Geplant seien unter anderem der Ausbau von Geriatrie und Wirbelsäulenchirurgie, der Bau eines zweiten Herzkatheterlabors, die Modernisierung von OP-Räumen und der „Anbau Ost“, der zusätzlichen Platz für Abteilungen, Ambulanzen und Praxen schaffen soll.

Um Kosten zu senken, sollen die Ausbildungsplätze in der Verwaltung reduziert werden. Außerdem sei der Wegfall von Altersteilzeitverträgen geplant. Betriebsbedingte Kündigungen soll es laut Hackert nicht geben, eine Stellenreduzierung um 28 Stellen soll es dennoch geben. Die ergebe sich aus Nichtnachbesetzung von Stellen. Außerdem soll den Mitarbeitern zukünftig kein kostenloses Wasser mehr zur Verfügung gestellt werden.

Blick nach vorne


Trotz der aktuellen Defizite blicke die Klinikleitung optimistisch in die Zukunft. Gemeinsam mit Stadt, Aufsichts- und Betriebsrat sollen die Maßnahmen in den kommenden Jahren einen strategischen Überschuss ermöglichen. Ziel sei es, die laut Klinikum unverschuldete Finanzlage zu überwinden und das Klinikum als stabilen Eckpfeiler der regionalen Gesundheitsversorgung sowie verlässlichen Partner für Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.