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Kritik an neuem Regionalmarkt in Wolfenbüttel: "Stadt sollte Angebot unterbinden"



Kritik an neuem Regionalmarkt: "Stadt sollte Angebot unterbinden"

Steht der Freitags-Markt am Exer in direkter Konkurrenz zum Wochenmarkt in der Stadt?

von Anke Donner


Symbolbild
Symbolbild Foto: regionalHeute.de

Wolfenbüttel. Seit Ende April 2022 richtet die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung auf ihrem Gelände in der Mascheroder Straße einen Regionalmarkt aus. Hier können Kunden jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr regionale Produkte einkaufen. Dem ehemaligen Grünen-Ratsherr Dr. Andreas Pölking ist das ein Dorn im Auge. Er sieht den Markt als Konkurrenz zum Wochenmarkt in der Innenstadt und findet, die Stadtverwaltung sollte das Angebot unterbinden.



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Die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung selbst wirbt für ihren Markt auf der Internetseite der Stiftung. Demnach findet der Markt freitags von 14 bis 18 Uhr in der Mascheroder Straße statt. Angeboten werden dort regionale Bio-Produkte wie Eier, Gemüse und Obst, sowie Blumen, Molkereiprodukte und Wurst. Produkte also, die auch mittwochs und samstags auf dem Wochenmarkt in der Wolfenbütteler Innenstadt von den Händlern angeboten werden. Und genau darin sieht Dr. Andreas Pölking das Problem. Er meint, dass der Markt an der Mascheroder Straße in direkter Konkurrenz zum Wochenmarkt auf dem Stadtmarkt steht. "Die Innenstadt Wolfenbüttels verödet und leidet unter Besuchermangel. Eines der letzten Highlights ist der Wolfenbütteler Wochenmarkt im Zentrum der Stadt. Jetzt hat sich am Stadtrand ein weiterer Markt entwickelt, der natürlich die Besucherzahlen des regulären Wochenmarktes schmälern wird. Wer sich am Freitag 10 Eier kauft, kauft diese nicht mehr am Samstag", findet Pölking und sieht die Stadt in der Pflicht, zu handeln.



Angebot unterbinden


"Meines Erachtens sollte die Stadt Wolfenbüttel dieses neue Angebot unterbinden und ihre Lenkungsbefugnis im Sinne des Zentrenkonzeptes ausüben. Im Sinne des Konzeptes sollten alle Outlets, die die Menschen aus der Stadt locken, sehr kritisch geprüft werden. Die Attraktivität liegt nur in der autofreundlichen Erreichbarkeit. Das heißt, es ist ein Angebot entstanden, das den Autoverkehr bedient und nicht beispielsweise den Fahrradverkehr. Bei der Diskussion um die Entstehung des Neubaugebietes am Södeweg war ein wichtiges Argument, dass sich die Zentralität Wolfenbüttels verschieben wird. Dieses Argument bedarf besonderer Beachtung bei Outlet-Centern.


Am Stiftungsgedanken vorbei


Weiter findet Pölking, dass die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung einen Stiftungszweck zu erfüllen habe, der jedoch nicht in der Ausrichtung von Regionalmärkten liege. "Der Neubau der Stiftung an der Mascheroder Straße wurde in diesem durchaus schützenwerten Stadtrandgebiet genehmigt, damit sich die förderungswürdige Stiftungsarbeit hier entwickeln kann. Es wurde nicht genehmigt, damit die Stiftung ihre Parkplatzflächen kommerziellen Versorgern anbietet."


Stadt sieht keine Konkurrenz


Die Stadt Wolfenbüttel sieht hier offenbar keine Konkurrenz zum dem Wochenmarkt in der Innenstadt. Zumindest lautet so eine knappe Antwort aus der Stadtverwaltung. "Der Markt wird unserer Kenntnis nach weder von den Marktbeschickern des Wochenmarktes noch von der Stadt als Konkurrenz gesehen", teilte Stadtsprecher Thorsten Raedlein mit. Auf die Nachfrage, ob die Stadt dem Vorschlag Pölkings, das neue Marktangebot zu unterbinden, nachkommen könnte oder wolle, gab es ebenfalls ein Nein aus dem Rathaus. Die Kritik des Herrn Pölking werde man indes nicht bewerten.

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Die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung wurde von uns ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten. Auch hier wollten wir wissen, wie man mit der Kritik Pölkings umgehe und ob diese aus Sicht der Stiftung sogar gerechtfertigt sei. Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels hat es jedoch noch keine Rückmeldung aus der Mascheroder Straße gegeben.


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