Wolfenbüttel. Vielen dürfte in den vergangenen Wochen die Veränderung an der Oker in der Lindener Straße aufgefallen sein. Hier wurde ordentlich aufgeräumt, Bäume und Sträucher wurden beschnitten oder entfernt. Alles deutet darauf hin, dass hier gebaut werden soll. regionalHeute.de hat mal nachgeforscht.
Die Recherchen führten zur Moretti wohn- und bauprojekte GmbH. Das Immobilienunternehmen plant tatsächlich, am Okerufer zu bauen. Doch die Gehölzarbeiten hatten damit nichts zu tun, stellt Marco Moretti, Geschäftsführer der Moretti wohn- und bauprojekte GmbH, im Gespräch mit unserer Redaktion klar. Bei den Arbeiten handelte es sich um reguläre Pflegearbeiten der Stadt, die mit dem eigentlichen Bauvorhaben nichts zu tun haben und zufällig zeitgleich mit der Mobilisierung des Baugeländes an der Lindener Straße 1–3 stattfanden. Doch auf dem Grundstück selbst herrscht nun tatsächlich Aufbruchstimmung: In den kommenden Wochen werden die alten Hallen abgerissen, um Platz für ein modernes Wohnensemble zu schaffen.
Die alten Hallen weichen einem Neubauprojekt
Aber: „Es ist was los“, schiebt Marco Moretti hinterher. Denn auf dem Areal sollen Eigentumswohnungen der gehobenen Klasse entstehen - die Wohnungen kosten hier zwischen 399.100 und 696.200 Euro. Nachdem das Unternehmen das Grundstück an der Lindener Straße 1 und 3 im vergangenen Jahr erworben hat, sollen in einigen Wochen die Vorbereitungen für das Neubauprojekt anlaufen. Die bestehenden Gebäude und Hallen auf dem Gelände sollen komplett abgerissen werden, um Platz für Neues zu schaffen.

Das zweite Haus soll im rückwärtigen Bereich direkt am Wasser gebaut werden. Foto: moretti wohn- und bauprojekte GmbH
Auf dem Areal plant das Wolfsburger Unternehmen unter dem Titel "Wohnen an der Oker" die Errichtung von insgesamt 20 Wohneinheiten sowie einer großen Gewerbeeinheit. Ein Haus soll zur Lindener Straße hin ausgerichtet sein, das zweite Haus soll im rückwärtigen Bereich direkt am Wasser gebaut werden. Außerdem sollen ein Gemeinschaftspavillon am Okerufer sowie ein Spielbereich für Kinder entstehen. Das Projekt sei bereits im Vorfeld eng mit dem Gestaltungsbeirat und dem Bauamt der Stadt Wolfenbüttel abgestimmt worden. Derzeit warte man auf die Baugenehmigung. Besonders die Lage direkt an der Oker und die unmittelbare Nähe zur Innenstadt würden das Projekt attraktiv machen, ist Moretti überzeugt.

Auf dem Areal plant das Wolfsburger Unternehmen unter dem Titel "Wohnen an der Oker" die Errichtung von insgesamt 20 Wohneinheiten sowie einer großen Gewerbeeinheit. Foto: moretti wohn- und bauprojekte GmbH
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wolfsburg und bis vor drei Jahren lag der Schwerpunkt der Projekte auch in Wolfsburg, bevor zuletzt auch 30 Wohneinheiten in der Braunschweiger Wilhelmstraße realisiert wurden. Nun folgt der Schritt nach Wolfenbüttel, so Moretti.
Die Entscheidung für Eigentumswohnungen in dieser Preisklasse begründet Marco Moretti mit der massiven Entwicklung der Baukosten, die in den vergangenen fünf Jahren um über 60 Prozent gestiegen seien. Während vergleichbare Projekte vor einigen Jahren noch für deutlich geringere Quadratmeterpreise realisierbar waren, lägen die reinen Herstellungskosten heute bei knapp 5.000 Euro pro Quadratmeter. Da das Unternehmen keine staatlichen Zuschüsse für geförderten Wohnungsbau erhält, konzentriere sich das Geschäftsfeld auf dieses Segment. Analysen hätten zudem ergeben, dass in Wolfenbüttel ein hoher Bedarf an Neubauten bestehe, insbesondere für Menschen, die ihr großes Haus gegen eine komfortable und wartungsarme Wohnung tauschen möchten.
Zeitplan steht bereits

Außerdem sollen ein Gemeinschaftspavillon am Okerufer sowie ein Spielbereich für Kinder entstehen. Foto: moretti wohn- und bauprojekte GmbH
Der offizielle Baustart ist für den Sommer dieses Jahres geplant. Der Fertigstellungstermin ist ambitioniert: „Ziel ist es, den einen oder anderen Weihnachten 2027 dort wohnen zu lassen.“ Ein Zeitraum von 15 bis 18 Monaten für den Hochbau sei durchaus realistisch.
Um das Stadtbild nicht durch parkende Autos zu belasten, soll das Projekt zudem eine Tiefgarage umfassen. Ziel sei es, die Masse der Fahrzeuge unterirdisch unterzubringen, sodass der Innenbereich der Anlage weitgehend autofrei bleibe.
Vermarktung startet nach Baugenehmigung
Obwohl die offizielle Vermarktung erst nach Vorliegen der endgültigen Baugenehmigung startet, sei das Interesse bereits groß. Laut Moretti gibt es bereits über 50 Interessenten für das Projekt an der Lindener Straße.

